Plastikplanen schützen das Dachdecker: Schaden an Kirche größer als angenommen

Plastikplanen schützen das Dachdecker : Schaden an Kirche größer als angenommen

Sie gilt als eine der schönsten Kirchen in der Region, doch die Gemeinde wird sie für eine lange Zeit nicht betreten können. Zu groß ist der Schaden, der durch den Brand am Mittwoch entstanden ist, zu groß das Risiko, dass durch das Lösch- und Regenwasser Schäden am Gewölbe entstanden sind. Zurzeit prüfen Statiker und Baumeister die Tragfähigkeit des Gewölbes.

Am Mittwoch war der Dachstuhl der Kirche bei einem Feuer komplett zerstört worden. Dachdecker hatten bei Abdichtungsarbeiten den Brand ausgelöst. Sekundenschnell hatte sich das Feuer ausgeweitet, obwohl die Feuerwehr mit mehr als 100 Einsatzkräften vor Ort war, konnte der Dachstuhl nicht mehr gerettet werden.

Plastikplanen schützen jetzt das defekte Dach, doch durch das Löschwasser und den anschließenden Regen sind Schäden im Gewölbe entstanden, die möglicherweise so hoch sind, dass die Kirche längere Zeit nicht betreten werden darf. Statiker prüfen zurzeit die Tragfähigkeit der Mauern.

Am Tag des Großbrand hatten alle noch gehofft, dass die Orgel keinen großen Schaden genommen hat. Ein Experte aus Heidelberg reiste an und nahm die Orgel unter die Lupe. Die schlechte Nachricht: Sie ist stärker als erwartet vom Löschwasser angegriffen. Holz, Filz und Leder haben Wasser gezogen, 15 Zungenpfeifen zeigen erste Anzeichen von Rost.

Nach Meinung der Experten muss die Orgel ausgebaut, nach Heidelberg transportiert und dort restauriert werden. Allein der Ausbau dauert bis zu zwei Wochen, die Dauer der Restaurierungsarbeiten sei noch nicht abzusehen. Kantor Marcel Ober sagte gegenüber unserer Zeitung: "In diesem Jahr wird die Orgel erst einmal nicht mehr bei uns zu hören sein."

Die Orgel war im April 2001 eingeweiht worden, hatte damals 1,65 Millionen Mark gekostet - wie teuer die Restaurierung wird, steht noch nicht fest. Aber die Kirche hat eine Gebäudeversicherung, die die Versicherung des Verursachers in Regress nehmen wird.

Heute wird sich der Gemeindevorstand zu einer Sitzung treffen und darüber beraten, wie es jetzt weitergeht. Die Dachdecker sind derweil damit beschäftigt, die Rinnen rund um das Gebäude zu reinigen, damit sich kein Regenwasser ansammeln kann und so erneut Wasserschäden entstehen.

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