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Gerresheim: Sana-Klinik als Darmzentrum zertifiziert

Gerresheim : Sana-Klinik als Darmzentrum zertifiziert

Als erste Klinik im Großraum Düsseldorf hat das Sana-Krankenhaus Gerresheim das Qualitätssiegel der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) für die Behandlung von Darmkrebs bekommen. Damit wird dem Krankenhaus bescheinigt, dass sein interdisziplinäres Darmzentrum die Qualitätskriterien der Gesellschaft erfüllt.

Darmkrebs zählt mit über 70.000 neuen Fällen pro Jahr bundesweit zu den häufigsten Krebserkrankungen. "Wir haben uns für die Zertifizierung entschieden, um unseren Behandlungsanspruch zu stärken und auszubauen", sagte gestern Olaf Horstmann, Chefarzt der Chirurgie und Leiter des Darmzentrums.

Um das Zertifikat zu erhalten, müssen beispielsweise 70 Operationen von Primärkarzinomen im Jahr nachgewiesen und gewisse Qualitätsmerkmale wie die ständige Verfügbarkeit eines Chirurgen und die Kooperation mit mindestens zwei Gastroenterologen erfüllt werden. Ebenso wichtig sind eine wöchentliche Tumorkonferenz und ein individueller Behandlungsplan.

Vorsorge ist wichtig

Schwerpunkt des Darmzentrums am Krankenhaus Gerresheim soll die Vorsorge sein: "Das Überleben der Patienten hängt entscheidend davon ab, in welchem Stadium die Krankheit entdeckt wird", erklärte Thomas Zöpf, Chefarzt der Inneren Medizin. In etwa 80 Prozent der Fälle ließe sich die Krankheit vermeiden, wenn Darmpolypen rechtzeitig entdeckt und entfernt würden. "Ab dem 56. Lebensjahr steht jedem eine von der Krankenkasse bezahlte Vorsorgeuntersuchung zu", betont der Gastroenterologe. Das bedeutet im Wesentlichen, dass sie sich einer Darmspiegelung unterziehen.

"Leider nehmen nur knapp mehr als zehn Prozent der Frauen und acht Prozent der Männer diese Möglichkeit zur Vorsorge wahr." Dabei hätten Studien gezeigt, dass 90 Prozent der Patienten die Darmspiegelung im Nachhinein nicht als unangenehm empfunden hätten — sie hätten dank Narkose nichts davon bemerkt. "Unsere Aufgabe muss daher sein, die Menschen zur Vorsorge zu motivieren", so Zöpf.

In NRW sind nur 15 Zentren von der DKG zertifiziert, darunter Sana als erstes in der Region Düsseldorf. Dennoch begegnet Patienten der Titel zertifiziertes Darmzentrum in der Stadt gleich mehrfach. "Es gibt ein Wirrwarr an Zertifikaten", sagt eine Sprecherin der Krankenhausgesellschaft NRW auf Anfrage. "Das liegt daran, dass es keine eindeutige rechtliche Definition gibt und daher Zertifizierungen unterschiedlicher Akteure nebeneinander existieren." Es gibt sie von der DKG, von Fachgesellschaften und bei Brustzentren auch vom Land NRW.

Sana hat sich Olaf Horstmann zufolge gezielt für das Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft entschieden, da diese ein ganzheitliches Konzept verfolge. "Fachgesellschaften heben oft nur auf die Operationen oder aber auf sämtliche Darmerkrankungen ab. Uns hingegen ging es ganz explizit um Darmkrebs und um die Vorsorge."

Hier geht es zur Infostrecke: Was ist Darmkrebs?

(RP)