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Sängerin Doro Pesch spendet Blut an der Düsseldorfer Uni-Klinik,

Spende : Aderlass für Metal-Queen Doro Pesch

Die weltbekannte Rock-Sängerin wirbt an der Uni-Klinik für Blutspenden. Und sprach über eine einmalige Aktion.

Auch der sonst so taffen Rockmusikerin Doro Pesch kann auch mal mulmig werden. Wie gestern Morgen, als die populäre Düsseldorferin zwischen ihren Aufsehen erregenden Auftritten auf den Bühnen dieser Welt für einen außergewöhnlichen Halt an das Düsseldorfer Universitätsklinikum kam. Grund war nicht etwa ein körperliches Leiden, sondern die erste Blutspende ihres Lebens, um die Öffentlichkeit auf die Bedeutung von Blutspenden aufmerksam machen. Denn insbesondere während der Urlaubszeit werden Spenden dringender benötigt denn je.

Vier von fünf Menschen in Deutschland werden in ihrem Leben mindestens einmal auf eine Blutspende oder einzelne Bestandteile darauf angewiesen sein. 60.000 Blutpräparate benötigt alleine das Düsseldorfer Universitätsklinikum jedes Jahr für die Versorgung seiner Patienten. Ohne diese könnte eine Vielzahl an Therapien, zum Beispiel bei Krebserkrankungen oder Operationen, nicht durchgeführt werden.

Um diesen Bedarf zu decken, müssten drei Prozent der Bevölkerung regelmäßig Blutspenden abgehen. Zahlen, die in ländlichen Gebieten sogar oft übertroffen werden. „Durch Schützen- oder Kegelvereine herrscht dort oft eine andere Solidarität“, berichtet Erik Lehnert, Arzt am Düsseldorfer Universitätsklinikum. In Düsseldorf sieht das leider anders aus. Dort spenden nach Angabe des Arztes nur rund ein Prozent der Bevölkerung Blut. Die Folge: Das Klinikum muss zur Durchführung seiner Operationen sowie therapeutischen Behandlungen Blut extern zukaufen. „Unsere Spenden decken lediglich ein Drittel unseres Bedarfs“, sagt Lehnert.

Durch die Zukäufe sei ein geregelter Ablauf der Behandlung bislang immer möglich gewesen, doch ein Mangel an Blutpräparaten kann auch zu ernsten Engpässen führen. So gab es bereits Kliniken in Nordrhein-Westfalen, die aufgrund fehlender Präparate einzelne Operationen verschieben mussten.

Um dieses Szenario hier zu vermeiden, will das Düsseldorfer Universitätsklinikum im Idealfall seinen Bedarf selbst decken. „Viele nehmen dieses Problem gar nicht wahr“, sagt Johannes Fischer, ebenfalls Arzt an dem Klinikum. Damit das Problem in die Öffentlichkeit gebracht wird, hat man sich gestern ein besonderes Zugpferd zum Aderlass in die Klinik geholt: die Düsseldorfer Metal-Queen Doro Pesch.

Zwischen einem Konzert in Tschechien und dem in zwei Wochen anstehenden Festival „Wacken“ nahm sich die Rockerin Zeit, zur Tat zu schreiten. Und zwar zum ersten Mal. „Während meiner Tourneen musste ich selbst schon mal ins Krankenhaus, so dass ich weiß, wie wichtig Blutspenden sind“, erzählte sie. Gleichzeitig stellte sie eine besondere Initiative der Festivalbetreiber vor: Den Wacken-Blutspenderpass. Für jede Spende gibt es einen Stempel in den Blutspenderpass, nach sechs Stempeln gibt es zum Dank ein „Bloodsponsor“-Festivalshirt. Von dem Erfolg der Aktion ist Doro Pesch überzeugt. „Die Rocker haben das Herz am rechten Fleck“, sagte Pesch, „da ist es selbstverständlich, sich gegenseitig zu helfen“.

Neben dem grundsätzlichen Engpass ist diese Hilfe während der Sommermonate umso wichtiger. Durch die Urlaubszeit geht die Zahl der Spenden zurück, aber auch danach kommt es noch zu Engpässen. Denn insbesondere nach Reisen nach Asien oder Afrika kann das Blut der jeweiligen Spender wegen möglicher Infektionen nicht sofort verwendet werden.

Nach Doro Peschs erster Blutspende stand insbesondere eine Frage im Raum, die sicher auch viele potenzielle Spender interessiert. Tut die Aktion weh? „Ich habe nichts gespürt, außer dem guten Gefühl, anderen Menschen zu helfen“, sagte Pesch.