S8 und S11 fallen für Tage komplett aus Auch Düsseldorf von gestrichenen S-Bahn-Linien betroffen

Düsseldorf · Eine solch massive Störung im S-Bahnverkehr im Rheinland hat es lange nicht gegeben. Vier Linien stellt die Bahn in den kommenden Tagen komplett ein, auch Düsseldorf ist davon betroffen. Grund sind Krankheitsfälle in der Belegschaft. Alle wichtigen Infos dazu.

 Mehrere S-Bahn-Linien unter anderem im Raum Düsseldorf wurden für Tage komplett gestrichen.

Mehrere S-Bahn-Linien unter anderem im Raum Düsseldorf wurden für Tage komplett gestrichen.

Foto: Simon Janßen

Dass einzelne Bahnen ausfallen, daran hat man sich in den vergangenen Wochen fast schon gewöhnt. Jetzt aber streicht die Bahn gleich ganze Linien für mehrere Tage. Betroffen sind unter anderem die Verbindungen von S8, S11, S12 und S19. Bis Montagmorgen soll keiner der Züge verkehren, teilte die Bahn auf Zuginfo.NRW mit.

Die S11 etwa bedient unter anderem die Strecke zwischen dem Düsseldorfer Hauptbahnhof und dem Flughafen. Bei einem Besuch am Halt Flughafen Terminal am Vormittag sind dort zwar nur wenige Fahrgäste anzutreffen, doch die werden nicht besonders gut informiert. Der Hinweis, dass zu Zugausfällen kommt, ist nur auf einer Anzeigetafel in relativ kleiner Schrift zu erfahren. Eine Durchsage kam innerhalb einer Stunde nur ein einziges Mal und dann auch nur auf Deutsch.

Einer der Wartenden sagt resignierend: „Das wundert mich nicht. Auf dem Hinweg zum Flughafen vor zwei Wochen hatten wir auch totale Probleme. Bekommt man ja ständig.“ Eine Gruppe, die in Eile ist, dreht um und läuft in Richtung Sky Train, um damit zum Flughafenbahnhof zu fahren. „So viele Bahnfahrer können doch gar nicht auf einmal krank sein, damit der Vertretungsplan nicht aufgeht. Oder die haben keinen guten Plan“, ärgert sich ein Mann aus der Gruppe.

Reisende, die vom Hauptbahnhof zum Flughafen fahren müssen, können statt mit der S11 direkt ins Terminal zu fahren, mit der S1 oder den Regionalexpress-Linien 1,2, 3, 5, 6, 11 und 19 zum Halt Flughafenbahnhof fahren, von dort geht es weiter mit dem Sky Train zum Terminal.

Auch vom Ausfall der Linie S8 ist das Düsseldorfer Stadtgebiet betroffen. Wer etwa vom Hauptbahnhof über Friedrichstadt und Hamm in Richtung Neuss fahren möchte, dem bleibt auf der Strecke derzeit nur noch die S28. Wem nach dem Hauptbahnhof der Halt in Bilk und dann am Neusser Hauptbahnhof ausreicht, kann auch einen der dort verkehrenden Regionalexpresse nehmen.

Alternativ kann auch der Schienenersatzverkehr genutzt werden - sofern er schon im Einsatz ist. Daran werde gearbeitet, hieß es von DB Regio. Unter anderem sind Großraumtaxis und normale Taxis im Einsatz.

Die in den letzten Tagen ansteigenden Totalausfälle von Zuglinien der DB Regio halten wir für nicht mehr akzeptabel“, sagt ein Vertreter der Fahrgastverbandes Pro Bahn. Zwar könne man die Knappheit beim Fahrpersonal nachvollziehen. Diese sei auch bei allen anderen Verkehrsunternehmen zu spüren. „Im Gegensatz zu diesen legt aber DB Regio immer wieder ganze Strecken still.“ Pro Bahn fordert, stattdessen zumindest eine Notbedienung der Strecken im Stundentakt anzubieten, wie beim Höhepunkt der Corona-Pandemie.

Dass es auch beim Schienenersatzverkehr Probleme geben kann, hat Julian Deterding, zweiter stellvertretender Bezirksbürgermeister im Stadtbezirk 7, festgestellt. Er ist beruflich auf die S-Bahn angewiesen, fährt täglich von Gerresheim nach Wuppertal und zurück. Nachdem der Bahnhof in Gerresheim jetzt schon seit mehreren Wochen durch eine Großbaustelle lahmgelegt ist, muss er auf den Schienenersatzverkehr umsteigen.

Am Donnerstag wusste Deterding dann einmal mehr nicht, wie er zurück nach Düsseldorf kommen sollte, die Ersatz-Busse wurden gestrichen. "Zumindest wurde es dieses Mal besser kommuniziert, aber das hat mir dann am Ende auch wenig geholfen." Konsequenz: Deterding musste sich mit anderen Fahrgästen ein Taxi zurück nach Düsseldorf teilen.

"Gerade jetzt habe ich von vielen gehört, dass sie bereit gewesen seien, den Umstieg auf Bus und Bahn zumindest zu testen. Wenn sich solche abschreckenden Nachrichten aber dauernd wiederholen, stehen diese Pendler am Ende doch lieber mit dem Auto im Stau", sagt Deterding.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort