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Düsseldorf: S-Bahnhöfe: Pendlern droht Chaos

Düsseldorf : S-Bahnhöfe: Pendlern droht Chaos

Von Dienstag an sind die Haltestellen Wehrhahn, Zoo und Derendorf in nördliche Richtung weitgehend gesperrt. Einen Schienenersatzverkehr hat die Bahn nicht eingerichtet. Die Rheinbahn kann ihre Kapazitäten nicht erhöhen.

7,6 Millionen Euro investieren Bund, Land und Deutsche Bahn in die Modernisierung der S-Bahnhöfe Wehrhahn, Zoo und Derendorf. Barrierefreie Bahnsteige, bessere Beleuchtung, neue Dächer und Wetterschutzhäuser, mehr Sicherheit durch Videoüberwachung: Düsseldorfs von Testern meist schlecht bewertete Haltepunkte sollen Anschluss an das 21. Jahrhundert bekommen. Die Kehrseite der Medaille: Von heute an müssen sich Pendler, die die S 1, S 11 und S 6 nutzen, auf längere Fahrzeiten sowie auf überfüllte Busse und Bahnen einrichten. Wer Pech hat, schaut der Bahn prompt hinterher.

Sechs bis 30 Minuten längere Tour

Und das kommt so: Während der Vollsperrungen in nördliche (23. Juli bis 30. August) sowie in südliche Richtung (3. September bis 11. Oktober, jeweils werktags von 5 Uhr bis 20.15 Uhr) bietet die Bahn keinen Schienenersatzverkehr an. Stattdessen schlägt sie für die erste Phase vor, dass Pendler aus Richtung Stadtmitte/Süden einfach weiter bis Rath-Mitte oder Unterrath durchfahren, dort die Bahnsteig-Seite wechseln und wieder zurückfahren, um dann in Derendorf, Zoo oder Wehrhahn auszusteigen.

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"Klingt kompliziert, doch der zusätzliche Zeitaufwand liegt mit sechs bis 30 Minuten immer noch unter dem eines möglichen Schienenersatzverkehrs", sagt Bahnsprecher Dirk Pohlmann. Er schlägt vor, je nach Strecke auch auf innerstädtische Verkehrsmittel wie Busse und Straßenbahnen auszuweichen.

Bei der Rheinbahn ist man überrascht über dieses Zuspiel. "Die Bahn hat uns etwa 14 Tage vor Bekanntgabe der Sperrungen informiert", sagt Rheinbahn-Sprecher Eckhard Lander. Das Unternehmen könne in diesem Zeitraum weder Taktungen erhöhen noch Fahrzeuge verlängern. "Pendler, die sonst die S-Bahn benutzt hätten, kämen einfach noch hinzu." Vor allem in den Stoßzeiten im Berufsverkehr könne dies zu einem Problem werden. "Am Wehrhahn laufen unsere Fahrzeuge zu den entsprechenden Zeiten jetzt schon voll. Da passen keine Pendler-Kapazitäten mehr oben drauf." Möglicherweise schon von heute an, "sicher aber unmittelbar nach den Ferien" könne es erhebliche Engpässe geben.

Alternativen Pendlern empfiehlt die Rheinbahn vor allem die Nutzung ihrer Fahrplan-Auskunft im Internet unter www. rheinbahn.de. Start- und Zielpunkte seien jeweils so individuell, dass allgemeine Umsteige-Empfehlungen kaum gegeben werden könnten. "Auf der Startseite oben rechts bei der Fahrplanauskunft die erweiterte Eingabe aufrufen, dort die genaue Start- und Zieladresse eingeben und den Haken bei ,S-Bahn? entfernen", erklärt Lander das Verfahren. Wer lieber gleich in die Straßenbahn steigt, kann beispielsweise mit der 707 vom Hauptbahnhof in Richtung Unterrath fahren. "Die Gesamtstrecke braucht aber ihre Zeit", meint Lander. Wer in die Nähe der gesperrten S-Bahn-Stationen will, kann auch die 708 nutzen. Pendler mit Ziel S-Bahnhof Wehrhahn, müssen dann an der Uhlandstraße in die 709, 713, 703 oder 712 umsteigen. Wer zum S-Bahnhof Derendorf will, kann an der Haltestelle Heinrichstraße in die 701 oder die Buslinien 733, 756 oder 758 wechseln.

Informationen Einzukalkulierende Verspätungen und alternative Verbindungen (auch mit innerstädtischen Verkehrsmitteln) will die Bahn jeweils in der Reiseauskunft anzeigen. Pendler werden außerdem durch besondere Fahrplanaushänge informiert. Zusätzlich können Betroffene sich im Internet schlau unter der Adresse www.bahn.de/bauarbeiten schlaumachen. Handy-, PDA- oder Smartphonenutzer erfahren mehr unter bauarbeiten.bahn.de/mobile.

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