Rundgang in Düsseldorfer Kunstakademie vermittelt Aufbruchstimmung

Rundgang in der Düsseldorfer Kunstakademie: Aufbruchstimmung in der Kunstakademie

Der neue Rektor Karl-Heinz Petzinka will Aufbruchstimmung verbreiten - und der Zeitpunkt ist günstig. Den Anfang bilden zwei Museumsprojekte. Mit Andreas Gursky und Katharina Grosse verliert die Akademie prominente Lehrkräfte

Die Eröffnung des Rundgangs ist der Höhepunkt des Jahres an der Kunstakademie. Und es ist der Termin, an dem die Öffentlichkeit auf die Hochschule blickt. Der neue Rektor Karl-Heinz Petzinka nutzte den Anlass, um sein Programm vorzustellen. - und erhielt positive Signale. Das Wichtigste zur Eröffnung:

Zusammenarbeit Nicht nur die Spitze der Akademie wurde neu besetzt. Mit Isabel Pfeiffer-Poensgen ist eine neue NRW-Ministerin für Kunst und Wissenschaft angetreten. Auch die Leitung von Kunstpalast und Kunstsammlung NRW hat jüngst gewechselt. Es herrscht also Aufbruchstimmung.

Die Kunstakademie soll eine engere Verbindung zu ihren Nachbarn erhalten: Im Hintergrund ist der Ehrenhof mit Tonhalle, NRW-Forum und Kunstpalast zu sehen. Foto: Andreas Endermann

Die will auch Petzinka verbreiten, der gestern erneut signalisierte, dass er engere Partner gewinnen und die Hochschule näher an die Stadt rücken will. Land und Stadt zeigen sich aufgeschlossen. Der Rektor verkündete als erste Projekte zwei Ausstellungen: Im März werden Akademiestudenten für "Experiment Rembrandt" im Kunstpalast ausstellen und ihre Werke den Radierungen des niederländischen Barockmalers gegenüberstellen. Auf Vorschlag von Kunstsammlungs-Direktorin Susanne Gaensheimer werden Arbeiten von Absolventen zudem im K21 zu sehen sein.

Rektor Petzinka beschwor in seiner Rede daneben Tradition und Selbstbewusstsein der Akademie und machte deutlich, dass er an Meisterklassen und freier Ausbildung nichts ändern will: "Wir sind ein bedeutendes Haus und wollen ein bedeutendes Haus bleiben."

Rektor Karl-Heinz Petzinka (2.v.r.) verabschiedete Johannes Bilstein (v.l.), Andreas Gursky, Katharina Grosse und Rita McBride. Foto: Andreas Endermann
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Städtebau Es gibt Überlegungen, die Kunstachse Ehrenhof-Akademie-Grabbeplatz sichtbarer zu machen. Oberbürgermeister Thomas Geisel sieht städtebaulich Luft nach oben. "Man weiß nicht, wo vorne und hinten an der Akademie ist", sagte er. Das Thema drängt sich auch auf, weil eine Verlängerung der Rheinpromenade unterhalb des Ehrenhofs im Gespräch ist - es könnte eine Art Düsseldorfer Museumsinsel entstehen.

Zudem scheinen die Pläne für Absolventen-Ateliers wieder konkreter zu werden. Ministerin Pfeiffer-Poensgen sagte, man müsse Ideen entwickeln, wie sich Absolventen in NRW halten lassen, damit die Szene "lebendig wächst". Genau dafür waren lange die Arbeitsmöglichkeiten im ehemaligen Rheinbahn-Depot am Steinberg gedacht gewesen. Petzinka gehörte damals als Architekt zu den treibenden Kräften, jetzt könnte ein neuer Standort folgen.

Personalien Die Akademie verliert zwei berühmte Lehrer: Fotograf Andreas Gursky und die Bildende Künstlerin Katharina Grosse legen ihre Professuren nach acht Jahren nieder. Auch Kunstpädagoge Johannes Bilstein wurde verabschiedet. Zugleich gibt es zwei Neuzugänge: Die US-amerikanische Künstlerin Ellen Gallagher und der in Berlin lebende Maler Thomas Scheibitz haben Lehraufträge übernommen.

Die Eröffnung war zugleich der Abschied von Rektorin Rita McBride, die von 2013 bis 2017 an der Spitze der Akademie gestanden hat und weiter lehren wird. Ihre Amtszeit war von Spannungen in der Professorenschaft geprägt gewesen. Von den Studierenden gab es zur Verabschiedung aber herzlichen Applaus.

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(arl)