Düsseldorf: RP-Leser teilen die Sorge um die Subkultur

Düsseldorf : RP-Leser teilen die Sorge um die Subkultur

Bei RP Online und Facebook kritisierten viele Nutzer, dass es in Düsseldorf zu wenig charmante Szene-Orte gibt.

Düsseldorf droht durch den Bauboom an Charme zu verlieren - oder hat sogar schon viel verloren. So lassen sich die vorherrschenden Reaktionen auf den in der Dienstagsausgabe veröffentlichten Bericht über das Aus für bekannte Clubs zusammenfassen. Wie berichtet, werden zum Jahreswechsel das "Les Halles" in Derendorf und die "Trinkhalle" in Flingern schließen, weil auf den Grundstücken gebaut wird. Das "Boui Boui Bilk" in der leerstehenden Schraubenfabrik an der Suitbertusstraße wird vorerst keine Partys mehr ausrichten, da sich Anwohner über Lärm beschwert hatten. Es wird bald ebenfalls einem Neubau weichen. In der städtischen Marketing-Gesellschaft äußert man Sorgen, dass in Düsseldorf die Subkultur verschwindet.

Dieser Ansicht sind auch viele Nutzer, die sich bei RP Online und der Facebook-Seite der Lokalredaktion "RP Düsseldorf" zu Wort gemeldet haben. "In Düsseldorf wird nur die Leitkultur des ,Schicks' unterstützt, alles andere will man nicht sehen", schrieb Benne Wall in dem Kommentar, der die meiste Zustimmung von anderen Nutzern erhielt. Und weiter: "Bemerkbar macht sich das durch fehlende Subkulturstätten, fehlende bezahlbare Proberäume und Ateliers und fehlende Veranstaltungen." Ein anderer Nutzer schrieb: "Die sogenannte Subkultur ist schon lange tot! Keine Live-Bands mehr in der Altstadt. Durch den Neubau an der Ratinger Straße wird das noch schlimmer."

Andere Leser erinnerten sich wehmütig an Szene-Orte, die längst verschwunden sind, etwa den Event-Strand "Monkey's Island" an der Hafenspitze (der einst von Kunstberater Helge Achenbach erdacht worden war) oder die Punk-Legende Ratinger Hof. Manche erinnerten auch an die Zeiten, als das "Les Halles" noch ein Hallenflohmarkt auf der Brachfläche am alten Güterbahnhof war - auf der inzwischen ein neues Stadtquartier entstanden ist.

Immer wieder gab es auch Diskussionen um die schwer zu beantwortende Frage, was "Subkultur" überhaupt ist - und was nicht. "Das gab's doch nur in den 80ern, die Punk Bewegung, alles andere ist nur Wunschdenken, von Subkultur keine Spur", schrieb Nutzer Nesha Nikolic bei Facebook. Einige Kommentatoren befanden, dass das "Boui Boui Bilk", das von zwei jungen Münchener Unternehmern betrieben wird, zu kommerziell sei, um zur Subkultur zu gehören.

(RP)