Verkehr in Düsseldorf Verwaltung beugt sich dem Votum der Politiker

Düsseldorf · Obwohl die Stadt eine Rotmarkierung des Radfahrstreifens auf der Benderstraße für falsch hält, wird die Idee weiter verfolgt.

Viel Platz haben Radfahrer auf der Benderstraße nicht. Eine Rotmarkierung soll sie nun vor „Dooring“-Unfällen schützen.

Viel Platz haben Radfahrer auf der Benderstraße nicht. Eine Rotmarkierung soll sie nun vor „Dooring“-Unfällen schützen.

Foto: Marc Ingel

Die Verwaltung hält nicht viel von der Idee, doch die Bezirksvertretung 7 will nicht darauf verzichten: Der Vorschlag der Verwaltung, große Fahrradpiktogramme mittig innerhalb des Schutzstreifens auf der Benderstraße aufzubringen, soll auf Drängen der Politiker mit einer durchgehenden farbigen Markierung dieses Streifens ergänzt werden.

In der Sitzung des Ordnungs- und Verkehrsausschusses am heutigen Mittwoch bezieht das Amt für Verkehrsmanagement jetzt noch einmal Stellung zu dem weiteren Vorgehen: Demnach arbeite man aktiv an Optimierungsmöglichkeiten für die Benderstraße, um den Radfahrern künftig eine geeignete Orientierung anzubieten, welche den sogenannten „Dooring“-Unfällen vorbeugt. In diesem Rahmen sei vorgesehen, auf beiden Seiten der Straße einen 85 Zentimeter breiten Streifen in roter Farbe zu markieren. Zusätzlich sollen alle 25 Meter große Fahrradpiktogramme innerhalb dieses Streifens aufgebracht werden. Außerdem sei eine ergänzende Beschilderung geplant.

Da es sich bei dieser Form der Rotmarkierung um einen Präzedenzfall handeln würde, den es in Deutschland so bislang noch nicht gibt (eigentlich ist der zur Verfügung stehende Streifen viel zu schmal für einen „richtigen“ Radweg), sei es von großer Bedeutung, die Markierungsform in einem nächsten Schritt mit allen relevanten Beteiligten wie Polizei oder Rheinbahn zu besprechen und abzustimmen. Die Verwaltung beabsichtige durch diese Abstimmung eine Sicherstellung, dass mit der roten Markierung alle relevanten Aspekte, einschließlich der Verkehrssicherheit und sämtlicher rechtlichen Anforderungen, berücksichtigt werden. Aber auch die Meinungen und Fachkenntnisse der beteiligten Parteien seien in diesem Klärungsprozess von großer Bedeutung, um eine fundierte Entscheidung treffen und potenzielle Auswirkungen analysieren zu können.

Gleichzeitig beabsichtige die Verwaltung in diesem Zusammenhang, die Haftungsfrage zu klären, da die Markierung weder der Straßenverkehrsordnung noch gängigen Richtlinien entsprechen würde. Die Verwaltung sehe weiterhin die Gefahr, dass eine flächige Rotmarkierung in diesem Fall ein Sicherheitsgefühl einer separaten Radverkehrsanlage suggeriere, das aber tatsächlich nicht besteht. Dennoch sei die Verwaltung bestrebt, eine Lösung zu finden, die von alle Beteiligten mitgetragen werden kann. Allerdings heißt es auch: Der beschriebene Prozessablauf werde nicht vor Ende September abgeschlossen sein.

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