Rosenmontagszug Düsseldorf 2019 startet wegen Sturm erst um 13.30 Uhr

Planänderungen : Düsseldorfer Zug beginnt später - ab Windstärke 8 wird es kritisch

Der Rosenmontagszug in Düsseldorf beginnt erst um 13.30 Uhr - ab Windstärke 8 muss er abgesagt werden. Darum gilt der Zug als anfälliger für Sturmböen als der in Köln.

Am Sonntagmorgen hatte es in Düsseldorf noch geheißen, man werde erst am Montag entscheiden, ob der Zug zieht. Der Sprecher des Comitee Düsseldorfer Carneval, Hans-Peter Suchand, meinte aber auch: „Dass wir losziehen wollen, ist unbestritten. Bisher sind wir auch noch zuversichtlich und hoffen, dass das Sturmtief an Düsseldorf vorbeizieht.“ Am Sonntagabend dann der Beschluss: Statt um 12.00 Uhr zu starten, geht es nun erst um 13.30 Uhr auf der Corneliusstraße los. Allerdings ohne Pferde. Man appelliere an die Wagenbesatzungen als auch an die Zuschauer an den Straßen, erst gegen 13 Uhr vor Ort zu sein. Zu unsicher ist die Wetterlage vorher. Ab 13.30 aber soll laut der befragten Wetterexperten der Sturm definitiv vorbeigezogen sein.

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Tief „Bennet“ wird laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes mit Geschwindigkeiten von 70 bis 80 Kilometern pro Stunde am Montagvormittag über Nordrhein-Westfalen hinwegfegen. Auch die Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf sowie Teile des Ruhrgebiets müssten dann mit Böen der Windstärke 8 bis 9 rechnen. In der Landeshauptstadt kann der Zug aber nur bis Windstärke 7 stattfinden - ab Stärke 8 müsste er abgesagt werden.

Suchand erläuterte, die Konstruktion der Düsseldorfer Wagen sei „sehr luftig“ und filigran. Der Umzug gelte damit als anfälliger für Böen als der Kölner Rosenmontagszug mit seinen massiver gebauten Mottowagen.

Der Kölner Rosenmontagszug soll mit Einschränkungen stattfinden, wie die Stadt am Sonntag mitteilte. Die Entscheidung gelte aber unter dem Vorbehalt, dass sich das Wetter bis Montagvormittag nicht weiter verschlechtert. „Unser abgestuftes, auf die speziellen Verhältnisse der Kölner Innenstadt zugeschnittenes Sicherheitskonzept ermöglicht es uns, flexibel auf Herausforderungen des Wetters zu reagieren“, sagte Alexander Dieper, Zugleiter des Kölner Rosenmontagszuges.

Konkret wurde beschlossen, dass alle Aufbauten am Zugweg, die dem Wind zusätzliche Angriffsfläche bieten, entfernt werden. Dazu zählen vor allem Seiten- und Rückwände von Tribünen sowie Verkleidungen von mobilen Zäunen. Im Zug selbst werden weder Schilder noch Fahnen oder tragbare Großfiguren mitgenommen. Um die Tiere neben den Herausforderungen durch Lärm und Menschenmengen nicht zusätzlichen Stressfaktoren durch umherwirbelnde Kleinteile auszusetzen, muss laut Sicherheitskonzept darüber hinaus auf alle Pferde in den Reiterkorps sowie Pferdegespanne und  -kutschen verzichtet werden.

„Die Maßnahmen sind für Teilnehmer und Zuschauer gleichermaßen schmerzlich”, sagt Dieper. „Insbesondere für die Mitglieder der Kölner Reiterkorps tut es mir sehr leid, denn sie haben sich seit Monaten intensiv auf den Ritt im Zoch vorbereitet und unzählige Stunden ihrer Freizeit investiert.“ Aber Sicherheit gehe vor. „Da noch eine Reihe von Vorbereitungen zu treffen sind, musste die Entscheidung, die Pferde diesmal nicht mitzunehmen, mit einem gewissen zeitlichen Vorlauf getroffen werden.“ Am Montagmorgen werde die Wetterlage noch einmal final bewertet. „Dann wäre es für die Vorbereitung der Pferde allerdings zu spät.”

Eigentlich sollten 620 Reiter, Kutscher und Pferdebegleiter mit 320 Pferden am Kölner Zug teilnehmen.

Nicht nur Düsseldorf und Köln verzichten auf die Tiere. Auch in Mainz will man ohne Pferde auskommen.

Übrigens: Der Wetterexperte Jörg Kachelmann vom Wetterdienst „Kachelmannwetter.com“ teilte über Twitter am Sonntag mit: „Kurzum: Es ist ein Riesenscheiß, anders kann man's nicht sagen. Es ist eine Frage der Bewertung von Wahrscheinlichkeiten und wie man die Risiken eines Eintreffens derselben bewertet. Will man Nullrisiko, muss man absagen. Erträgt man ein Restrisiko, muss man das kommunizieren. (...) Wie auch immer entschieden wird, es wird sich immer als falsch herausstellen. Die Entscheider sind nicht zu beneiden.“

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(felt/hsr/dpa)
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