Rock in Rio 2019 - Düsseldorf wäre ein idealer Standort

Veranstalter von „Rock in Rio“ im Interview : „Düsseldorf wäre der ideale Standort“

Ed Sheeran kommt nicht nach Düsseldorf - kommt das Open-Air-Gelände an der Messe? Interessenten gäbe es. Zum Beispiel „Rock in Rio“, eines der größten Musikfestivals der Welt. Der Projektmanager spricht im Interview über die Pläne für das Rheinland.

Jürgen Peters ist der verantwortliche Projektmanager für „Rock in Rio“ bei der „Production Office POE“, dem deutschen Partner des brasilianischen Veranstalters.

Herr Peters, warum will „Rock in Rio“ nach Düsseldorf?

Jürgen Peters Wir wollen bewusst ein urbanes Festival sein, also keinen Standort irgendwo auf der grünen Wiese. Die Festivalbesucher werden im Durchschnitt älter und möchten nicht mehr im Matsch campen. Bei „Rock im Rio“ kann man gar nicht auf dem Gelände schlafen. Düsseldorf ist mit seinem großen Einzugsgebiet von sieben Millionen Menschen ideal. Unsere erste Idee waren die Rheinwiesen. Das ist aber leider nicht möglich.

Dann haben Sie von dem neuen Open-Air-Park gehört.

Peters Ja. Das wäre für uns die ideale Fläche: Sie ist in der Nähe der Innenstadt und gut an den Verkehr angebunden. Sie lässt sich auch relativ einfach zum Beispiel gegen Anschläge sichern, auch das ist heute ja leider ein Thema. Die Verkehrslogistik ist hier perfekt. Wir haben auch schon Lärmprognosen angestellt und sehen keine besorgniserregenden Zahlen.

Es gibt gleich nebenan ein Stadion. Würde das nicht auch gehen?

Peters Nein. Es geht ja nicht nur um die Konzerte.Wir brauchen ein größeres Gelände. Das Festival startet bereits am frühen Nachmittag, es kommen viele Familien, für die wir Programm bieten. Wir planen zum Beispiel eine „Rock Street“, eine Flaniermeile unter anderem mit Shops.

Sie fordern eine politische Zusage noch im Juli. Warum dieser Druck?

Peters Wir sind ja schon für eine ganze Weile im Gespräch mit Düsseldorf. Dann kam die Debatte um das Ed-Sheeran-Konzert, das kurzfristig eingeschoben werden sollte, aber von der Politik gestoppt wurde. Es gab nach unserer Kenntnis keine fachlichen und sachlichen Gründe. Das war nach unserem Wissen ein einmaliger Vorgang. Nun wollen wir sicherstellen, dass die Politik weiter an dem Gelände und unserem Festival interessiert ist.

Was genau wollen Sie hören?

Peters Eine finale Zusage kann natürlich noch nicht erteilt werden, bevor sämtliche Pläne vorliegen und geprüft sind. Das ist uns klar. Wir brauchen aber eine grundsätzliche Zustimmung der Politik und den Willen der Stadt, dass die Idee zum Open-Air-Park weiterhin besteht. Wir brauchen Planungssicherheit. Nur dann können wir die Konzepte und Pläne in Abstimmung mit den beteiligten Gremien ausarbeiten. Wir wollen unsere Kommunikationskampagne starten und die Künstler buchen.

Könnte der erste Termin nicht noch um ein Jahr verschoben werden?

Peters Prinzipiell ja. Das erste Festival könnte auch ein Jahr später stattfinden. Aber wir brauchen jetzt die generelle Zusage. Wir wollen nicht noch lange „rumeiern“. Insgesamt ist ja eine langfristige Kooperation mit zunächst drei Auflagen in den Jahren 2019, 2021 und 2023 geplant, von der auch die Stadt Düsseldorf profitiert. Wir haben einige Standorte in NRW geprüft und uns letztendlich auf Düsseldorf konzentriert. Sollte es keine generelle Zustimmung zu der Fläche und dem Projekt geben, kann es auch kein „Rock in Rio“ in Düsseldorf geben.

Wie würde die Stadt profitieren?

Peters Viele Besucher kommen für ein Wochenende, auch wenn sie nur einen Tag des Festivals besuchen. Wir wissen aus einer Studie, dass Lissabon durch ein Festival rund 60 Millionen Euro Mehrumsatz durch Hotels, Gastronomie und Shopping verbucht hat. Wir gehen davon aus, dass die Zahlen in Düsseldorf ähnlich wären.

Wie viele Bäume würden denn gefällt?

Peters Wir haben keine finale Zahl, weil wir die amtlichen Pläne des Geländes noch nicht haben. Nach unseren bisherigen Prüfungen werden es mindestens die 104 Bäume des Sheeran-Konzerts sein, eventuell einige mehr. Wir werden aber für Ersatzpflanzungen in Düsseldorf sorgen. Man muss auch wissen, dass „Rock in Rio“ ein klimaneutrales Festival ist. Das Festival hat auch ein Projekt zur Aufforstung des Regenwalds initiiert, bei dem mehrere Millionen Bäume gepflanzt werden.

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