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Päpstlicher Orden: Ritterschlag in Düsseldorf

Päpstlicher Orden : Ritterschlag in Düsseldorf

Es gibt Vereinigungen, die Historie, Anspruch und Würde gleichsam in ihrem Namen tragen. Der international vernetzte Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem (lateinisch: Ordo Equestris S. Sepulcri Hierosolymitani) ist solch eine Organisation, deren Wurzeln zu den christlichen Wallfahrtsbewegungen ins Heilige Land im 14. Jahrhundert führen.

Am Samstag in Düsseldorf und am Sonntag in Neuss lässt sich anschauen und erfahren, was den altehrwürdigen Päpstlichen Orden, der weltweit 28.000 und in Deutschland 1400 Mitglieder hat, äußerlich ausmacht beziehungsweise — ungleich wichtiger —, was ihn im Innersten religiös- caritativ zusammenhält.

Weibliche Mitglieder (Ordensjargon: "Damen") in schwarzen Mänteln und männliche ("Ritter") in weißen Umhängen bezeugen am Samstag in Düsseldorf-Oberkassel und am Sonntag in der Neusser Innenstadt öffentlich, dass den Ritterorden nichts Geheimnisvolles, gar Mysteriöses umweht. Die Mäntel schmückt das Jerusalemkreuz, das an die fünf Wundmale Jesu erinnert. Die Gemeinschaft, um deren Zugehörigkeit man sich nicht bewirbt, in die man vielmehr berufen werden kann, versteht sich als glaubensfester Bund vielfach engagierter katholischer Christen.

Deren Hauptziel ist die Unterstützung des bedrängten, stark zurückgedrängten christlichen Lebens im Heiligen Land. Heinrich Dickmann (Freiburg), der der deutschen Statthalterei des Ritterordens vorsteht und dessen priesterliches Pendant Münchens Erzbischof Reinhard Kardinal Marx als Großprior ist, bekräftigte gestern in Düsseldorf die unverändert gebliebenen Anliegen der Gemeinschaft: Hilfe für die Christen auf Zypern (700 000) sowie in Jordanien (300 000), Israel (155 000) und Palästina (120 000). In ihrem Glauben gestärkt und finanziell unterstützt werden Priester, Pfarreien, Schulen, Ausbildungsstätten, Pflegeeinrichtungen. Dadurch, dass die unterstützten christlichen Schulen auch nicht-christlichen Schülern offen stehen, leistet der Ritterorden, der keine politischen Zwecke verfolgt, nach Dickmanns Worten im Heiligen Land neben der religiösen auch Friedens-Arbeit.

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Jede soziale Aktivität, für die pro Jahr weltweit umgerechnet etwa zwölf Millionen Euro (in Deutschland: 1,4 Millionen) aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden bereitstehen, wird in enger Abstimmung mit dem lateinischen Patriarchen von Jerusalem sowie der Ritterordenszentrale in Rom vorgenommen. Aus dem Vatikan reist heute Kardinalgroßmeister Edwin Frederick O'Brien an. Zusammen mit Kardinal Marx wird er den Investiturgottesdienst zelebrieren. Dabei werden elf Ritter, zwei Damen und fünf Priester feierlich in den Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem aufgenommen.

(RP/jco)