Düsseldorf: Riesiges Interesse am Lärmaktionsplan der Stadt

Düsseldorf : Riesiges Interesse am Lärmaktionsplan der Stadt

Hunderte Bürger beteiligen sich an Umfrage.

Das Interesse der Düsseldorfer am neuen Lärmaktionsplan übertrifft alle Erwartungen der Stadtverwaltung. Erstmals konnten sich die Bürger über eine Online-Plattform an der Gestaltung dieses Plans beteiligen, Vorschläge einreichen und Ideen einbringen - und viele nutzten diese Möglichkeit. Während der Umfrage vom 9. Januar bis zum 5. Februar wurden laut Umweltdezernentin Helga Stulgies 728 Online-Fragebögen ausgefüllt, 691 davon seien verwertbar. Außerdem gingen 55 E-Mails ein, 16 Menschen sahen sich zudem im Umweltamt den Entwurf des Plans an. "Im Vergleich zu einer herkömmlichen Öffentlichkeitsbeteiligung konnte die Anzahl der Mitwirkenden erheblich gesteigert werden", sagte Stulgies.

Den Schwerpunkt der Befragung bildeten insgesamt 29 Lärmbrennpunkte im gesamten Stadtgebiet, die die Verwaltung vorgegeben hat. Von den 691 verwertbaren Beiträgen enthielten nach Angaben der Verwaltung 448 Anregungen zu diesen Lärmbrennpunkten. 597 Beiträge enthielten außerdem eigene Hinweise zu anderen Lärmproblemen in der Stadt.

Die am häufigsten genannte Lärmquelle bei den Hinweisen der Düsseldorfer war der Straßenverkehr - 457 mal wurde dieser als Ursache für störenden Lärm an einer bestimmten Stelle ausgemacht. Straßenbahnen wurden in 216 Fällen als Lärmquellen genannt. Es folgten der Eisenbahnverkehr mit 95, der Flugverkehr mit 73 und Industrie/Hafen mit neun Nennungen. Mehrfachnennungen waren möglich.

Die weitere Auswertung der Fragebögen läuft laut Stadt aktuell noch. "Mit Ergebnissen rechnen wir im März", sagte der Leiter des Umweltamts, Stefan Ferber. Diese werden dann auf den Lärmaktionsplan-Seiten des Umweltamtes bereitgestellt, vor allem sollen sie aber bei der Aufstellung des Lärmaktionsplans II berücksichtigt werden.

Die Grundlage für Lärmaktionspläne bilden Lärmkarten, die nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz erstellt werden. Sie dokumentieren die Belastungen, die von Straßen, Schienenstrecken, Flugverkehr sowie Industrie- und Hafenanlagen ausgehen. Und sie zeigen, wie viele Menschen jeweils davon betroffen sind. Für Düsseldorf wurde 2011 der erste Lärmaktionsplan aufgestellt, der nun als Grundlage für die neue Version dient. Diese soll bis Sommer fertiggestellt und dann öffentlich präsentiert werden.

(nic)
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