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TV-Moderator war Kronzeuge: Richterin lässt Mola Adebisi vorführen

TV-Moderator war Kronzeuge : Richterin lässt Mola Adebisi vorführen

Weil er als Kronzeuge am Donnerstag einen Prozesstermin sausen ließ, muss TV-Moderator Mola Adebisi 150 Euro Ordnungsgeld zahlen und wird zum nächsten Prozesstag von der Polizei bei Gericht vorgeführt. So entschied am Donnerstag eine Amtsrichterin.

Der 40-jährige TV-Star hatte einen Nachbarn (51) wegen Beleidigung auf die Anklagebank gebracht. Doch der Mann bestreitet jede rassistische Äußerung gegen Adebisi, der nigerianischer Abstammung ist. Da der TV-Star als Belastungszeuge nicht auftrat, geht der Prozess erst im Mai weiter.

Mit Fäusten soll der Angeklagte eines Abends an die Tür von Adebisi gehämmert, ihn wegen dessen Hautfarbe beleidigt und ihm gedroht haben: "Ich schieße dir eine Kugel in den Kopf!"

Der bisher unbescholtene Angeklagte verwahrte sich aber gegen die Vorwürfe. Er sei kein Rassist, sei gegen Ausländerfeindlichkeit. Doch als Nachbar sei der TV-Star, der 2007 in das Haus einzog, anstrengend. Er höre oft laute Musik bis in die Nacht, werte jede Kritik als Rassismus, sehe sich ständig als Opfer.

Das hätte der Fernsehmoderator am Donnerstag selbst entkräften, seine Anzeige gegen den Angeklagten zudem erläutern können. Doch darauf wartete die Richterin vergeblich. Also muss Adebisi, wie jeder säumige Zeuge, nun Ordnungsgeld für sein unentschuldigtes Fehlen zahlen — und wird am nächsten Verhandlungstag polizeilich bei Gericht vorgeführt.

(wuk)