Rheinkirmes Düsseldorf: Unwetter, Besucher, Polizei-Einsätze - die Bilanz

Schützen ziehen Bilanz in Düsseldorf : Unwetter-Räumung kostet Rheinkirmes 400.000 Besucher

Unterm Strich ist die diesjährige Rheinkirmes ein Erfolg. Die Kriminalität geht weiter nach unten, die Bierzelte sind voll, aber das Wetter machte den Veranstaltern einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

Das schwere Unwetter am Samstagnachmittag, das eine fast vierstündige Unterbrechung des Kirmesrummels zur Folge hatte, verhagelte den Veranstaltern wortwörtlich den Besucherrekord. Statt der erwarteten 4,1 Millionen Besucher waren es am Ende rund 3,9 Millionen Gäste auf der Rheinwiese, wie Kirmesarchitekt Thomas König am Sonntag bilanzierte. Er stützt sich dabei nach eigenen Worten auf Schätzungen, Flächenberechnungen und die Beförderungsstatistik der Rheinbahn. Alleine während der Zeit der Räumung seien mindestens 400.000 Besucher verloren gegangen, wie Lothar Inden, Chef des veranstaltenden St. Sebastianus Schützenvereins, betonte. „Wegen Petrus blieb ein neuer Rekord aus“, sagte er bedauernd. Auch der Starttag am Freitag vor zehn Tagen habe geschwächelt. „Da gab es Regen.“ Mit den restlichen Tagen sind die Kirmesmacher aber vollkommen  zufrieden.

Der Fokus auf ein familienfreundliches Angebot hätte sich bewährt, so König. Die Geisterfabrik als eine Hauptattraktion sei immer „knallvoll gewesen“. Wegen des größtenteils schönen Wetters waren die Terrassen der Bierzelte extrem gut besucht. Zudem ist es auf der Kirmes ausgesprochen friedlich abgelaufen.

Nach Angaben von Polizeisprecher Markus Niesczery waren jeden Tag bis zu 100 Beamte im Einsatz. „Es gab ein historisch niedriges Kriminalitätsniveau.“ 15 Körperverletzungen nahmen die Polizisten auf – „keine einzige davon in einem Bierzelt“. 2018 lag die Zahl noch bei 29. Zwei Raubdelikte wurden angezeigt und 17 Taschendiebstähle – diese lagen 2018 bei 18. Dazu gab es 97 Platzverweise (2018: 122). Deutlich gesunken ist auch der Autoverkehr: 47.000 Pkw-Fahrer zog die Kirmes noch 2018 an, dieses Jahr waren das 24.000, dazu schleppte die Polizei nur 100 Autos ab (2018: 200). „Und es wurde kein einziges Sexualdelikt registriert, vorbehaltlich, dass die Polizei nur von den gemeldeten weiß“, sagt der Polizeisprecher. Entsprechend zum gesunkenen Autoaufkommen konnte die Rheinbahn eine sehr positive Bilanz ziehen: 85 Prozent der Kirmesgäste seien mit der Bahn gekommen, wie eine Sprecherin sagt. Der neue Bahnsteig hätte die Lage sehr entspannt, wegen der Kirmes seien 800 Mitarbeiter mehr im Einsatz gewesen. Das Ordnungsamt verteilte 255 Knöllchen (2018: 259). Dazu gab es lediglich eine einzige Lärmbeschwerde von einem Anwohner. Wegen des verträglichen Wetters hatte auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) weniger zu tun: Im Vergleich zu 2018 (783) gab es diesmal nur 386 medizinische Hilfeleistungen.

Andreas Palm von den St. Sebastianus in Flehe ist neuer Stadtschützenkönig (l.), Stadtjungschützenkönig wurde Brian Paul von den St. SEbastianus St. Rochuns Flingern. Foto: Endermann, Andreas (end)
Das war die Rheinkirmes 2019
Die Rheinkirmes war für mehrere Stunden gesperrt. Durch das Unwetter blieb eine Top-Besucherbilanz aus. Foto: Endermann, Andreas (end)

Auf dem Kirmesgelände herrschte am Samstag während des Unwetters eine gespenstische Stimmung, fast vier Stunden war nichts los. Erst um 19 Uhr wurde das Gelände wieder freigegeben. Oliver Wilmering und Oscar Bruch, Vertreter der Schausteller, gaben sich gefasst, aber auch enttäuscht. „Wenn am umsatzstärksten Tag die Kirmes für so viele Stunden geräumt bleibt, dann sind das für mich bei Fahrgeschäften Umsatzeinbußen von bis zu 70 Prozent“, sagt Bruch. Einige Besucher hatten sich vor den heftigen Regenfällen unter die Rheinbrücke geflüchtet.

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