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Rheinkirmes Düsseldorf 2022: Veranstalter zufrieden - Rekord-Freitag zum Feuerwerk​

Großevent in Düsseldorf : Kirmes-Macher zufrieden dank Rekord-Freitag zum Feuerwerk

Nicht ganz vier Millionen Gäste verzeichnete die Rheinkirmes bei der ersten Auflage nach der Corona-Pause. Die Organisatoren kritisierten die Stadt für Vorgaben zum Pendelverkehr und parallel stattfindende Großveranstaltungen.

Ein Kirmes-Verlauf wie eine Achterbahnfahrt, aber insgesamt sind alle glücklich: Die Organisatoren der Größten Kirmes am Rhein haben sich hochzufrieden mit dem Neustart nach zwei Jahren Pandemie-Pause gezeigt. Zwar verzeichne das Volksfest keinen neuen Besucherrekord, sagte Kirmes-Architekt Thomas König. Es habe sich aber als starker Anziehungspunkt erwiesen. „Die Kirmes ist tatsächlich zurück“, sagte er. „Wir waren nicht mehr sicher, ob unser Produkt nach der Pandemie noch aktuell sein wird und ob wir es noch können. Dieses Experiment ist aber komplett gelungen“, so König.

Die St.-Sebastianus-Schützen als Veranstalter gingen am Sonntagmittag von einer Besucherzahl knapp unter der Vier-Millionen-Marke aus. Als stark wie nie zuvor hatten sich sowohl das Start-Wochenende als auch das zweite Wochenende mit dem Feuerwerk erwiesen. Allein rund 640.000 Menschen kamen demnach am Freitag zur Kirmes, um den Höhepunkt des Volksfestes zu bestaunen. Auch die Brücken und die Altstadt waren voll mit Schaulustigen, die das Feuerwerk sehen wollten. Dieses musste eine halbe Stunde später stattfinden als eigentlich geplant, da Polizei und Rheinbahn parallel mit der Rückfahrt der Fortuna-Fans aus der Arena gebunden waren.

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Schlechter sah es in der vergangenen Woche von Montag bis Donnerstag aus, als die Temperaturen nahe an der 40-Grad-Marke viele vom Kirmesbesuch abhielten. Am Dienstag sei der Festplatz so leer gewesen, dass es „der Kirmes nicht würdig“ gewesen sei, sagte König.

Er kritisierte, dass die Schützen einen Bus-Pendelverkehr vom Park-and-Ride-Parkplatz an der Messe organisieren mussten, womit man einen Verlust eingefahren habe. Den Einsatz von Bussen habe die Stadt vorgegeben, man selbst hätte lieber auf öffentlichen Nahverkehr und Leihräder und -Scooter gesetzt. „Alles andere ist nicht mehr zeitgemäß.“ Rheinbahn-Sprecherin Heike Schuster bestätigte, die Pendelbusse seien teils sehr leer gewesen – vielleicht auch wegen des relativ hohen Preises von 15 Euro für das Parken an der Messe. „Offenbar haben viele lieber das Neun-Euro-Ticket genutzt und sind gleich ganz mit der Bahn angereist.“ Man habe allein für die Kirmes 500 zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz gehabt.

Thomas König kritisierte außerdem, dass es zu viele Parallelveranstaltungen zu dem Groß-Event gegeben habe. „Die Rheinkirmes verdient freie Bahn“, sagte er an die Stadtverwaltung gerichtet – und bezog sich dabei unter anderem auf das Großkonzert von Lady Gaga in der Arena und den Fortuna-Saisonauftakt.

Polizei und Ordnungsamt bezeichneten die Kirmes als insgesamt sehr friedlich. Mehr als 100 Polizeibeamtinnen und -beamte auch aus dem Umland seien bei der Kirmes im Einsatz gewesen. Ausgesprochen haben sie 120 Platzverweise – „mehr, aber nicht viel mehr als sonst“, neunmal beschlagnahmten sie Gegenstände wie Messer oder einen Schlagring, die gegen das Waffengesetz verstoßen. 33 Körperverletzungsdelikte wurden verzeichnet, 15 Personen in Gewahrsam genommen. Das bei der Kirmes errichtete gemeinsame „Sicherheitsdorf“ von Polizei und Feuerwehr bezeichnete der Chef der Altstadt-Wache, Thorsten Fleiß, als außergewöhnlich und vorbildlich. „Es waren auch Delegationen aus anderen Städten da, die sich das angesehen haben.“ Das Ordnungsamt erlebte ebenfalls eine friedliche Kirmes – lediglich dreimal musste man einschreiten, weil in Zelten zu laut gefeiert wurde. 150 Wildpinkler wurden erwischt, 136 mal schritten die städtischen Ordnungshüter bei Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz ein, weil Jugendliche rauchten oder Alkohol tranken.

Die Feuerwehr meldete unterdessen einen Anstieg der medizinischen Hilfeleistungen – 419 mal mussten Personen in den dafür vorgesehenen Bereichen behandelt werden, weitere 223 mal auf dem eigentlichen Kirmesplatz; insgesamt 150 Personen wurden ins Krankenhaus gebracht. Grund war neben den sehr vollen Wochenenden offenbar auch die große Hitze an einigen Kirmestagen.

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