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Düsseldorf: Rheinische Konjunktur: IHK ist optimistisch

Düsseldorf : Rheinische Konjunktur: IHK ist optimistisch

Trotz guter Lage und noch besseren Aussichten wollen die Unternehmen im Rheinland kaum investieren. Es gibt viele Unsicherheiten.

Die Geschäftslage der Unternehmen im Rheinland bleibt in den allermeisten Branchen auf einem stabilen Niveau. Der noch vor Monaten befürchtete Konjunktur-Abschwung ist ausgeblieben. Die Aussichten für das kommende Jahr sind überwiegend positiv. Das ist das Ergebnis des Konjunkturbarometers Rheinland, das zwei Mal pro Jahr von den Industrie- und Handelskammern Düsseldorf, Köln, Aachen, Mittlerer Niederrhein, Bonn/Rhein-Sieg und dem Bergischen Städtedreieck erstellt wird. Dazu wurden im Herbst rund 2500 Unternehmen in den Regionen befragt.

So hat sich die Lage der Firmen im Rheinland gegenüber der vorigen Umfrage leicht verbessert. Auf die Frage, ob sie die Lage mit "gut", "unverändert" oder "schlecht" bewerten, antworteten 33 Prozent mit "gut", im Frühjahr waren es nur 31 Prozent. 15 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Lage unverändert mit "schlecht".

Deutlich verbessert haben sich dagegen die Aussichten auf das künftige Geschäft. 30 Prozent erwarten gute Geschäfte, nur 14 Prozent schlechte. Damit hat sich der Saldo der Erwartungen binnen acht Monaten von drei auf 16 Punkte erhöht. "Die Wirtschaft erwartet also eine Belebung der Konjunktur im Rheinland", sagte Dieter Porschen, IHK-Hauptgeschäftsführer Mittlerer Niederrhein. "Hohe Wachstumsraten wie zwischen den Jahren 2006 und 2008 sind jedoch weniger wahrscheinlich", ergänzt Kölns IHK-Chef Ulf Reichardt. Beide präsentierten die Studie stellvertretend für die anderen Kammern gestern in Köln.

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Die Kammerchefs warnten aber auch vor konjunkturellen Risiken. So drückten die drohende Staatspleite der USA und die noch laufenden Koalitionsgespräche in Berlin auf die Stimmung. Die Betriebe planten daher nur eine geringe Aufstockung ihrer Investitionsbudgets. 17 Prozent der Unternehmen wollen sogar weniger investieren als 2013. "Geschuldet ist diese Investitionszurückhaltung der geringen Kapazitätsauslastung der Betriebe", sagte Porschen.

Auch die äußerst niedrigen Zinsen stellten also keinen ausreichenden Anreiz für Investitionen dar. Recht kritisch beurteilte der niederrheinische IHK-Chef daher die laufenden Koalitionsverhandlungen. "Es gibt viele Wohltaten, aber wenig Wachstumsimpulse", so Porschen. Insbesondere warnte er von einem Mindestlohn für jüngere Beschäftigte. "Junge Menschen sollten erst mal preiswert auf den Arbeitsmarkt drängen können. Sonst droht eine Jugendarbeitslosigkeit wie in Frankreich, wo es bereits einen Mindestlohn gibt", warnte Porschen.

Differenziert nach Branchen gibt es erhebliche Unterschiede bei Lage und Erwartungen. Sorgenkind ist weiterhin der Einzelhandel. Trotz der Aussichten auf ein Rekord-Weihnachtsgeschäft bleibt die konjunkturelle Lage im Einzelhandel auf einem niedrigen Niveau. Grund sei aber weniger die aktuelle Konjunktur, sondern der strukturelle Wandel des Sektors. So würde der klassische Einzelhandel den Onlinehandel immer stärker zu spüren bekommen. Sorgenkind Nummer zwei: Die schlechten Meldungen in der Gastwirtschaft verdoppelten sich auf rund 25 Prozent.

Die meisten anderen Branchen blicken aber eher optimistisch in die Zukunft. So schrumpften etwa die Negativmeldungen in der für die Rheinschiene wichtigen Chemieindustrie von 19 auf acht Prozent.

(RP)