1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Düsseldorf: Rheinbahn verkauft 830 Wohnungen

Düsseldorf : Rheinbahn verkauft 830 Wohnungen

Die Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft hat für 26, 5 Millionen Euro eine 75-prozentige Beteiligung erworben. Für die Mieter soll sich nichts ändern.

Ob in Kaiserswerth, Bilk oder in Heerdt — die rund 830 Wohnungen der Rheinbahn liegen in guten Lagen im Stadtgebiet verteilt. Echte Werkswohnungen nur für Mitarbeiter sind es aber schon lange nicht mehr. Unter den Mietern: etwa 140 von insgesamt mehr als 2700 Angestellten. Dazu kommen noch rund 200 Rentner, die vorher bei der Rheinbahn gearbeitet haben.

Die Wohnungen sind beliebt, weil sie zur Kategorie "bezahlbarer Wohnraum" gehören. Die Mieten lagen zuletzt bei unter sieben Euro pro Quadratmeter. Seit Dienstag haben die Mieter einen neuen Ansprechpartner. Die Düsseldorfer Wohnungsgenossenschaft (DWG) hat für 26.5 Millionen Euro eine 75.1-prozentige Beteiligung an der Rheinbahn Immobiliengesellschaft gekauft.

Vorausgegangen waren monatelange Verhandlungen. Weil die Rheinbahn ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Stadt ist, musste auch der Rat dem Verkauf zustimmen. Die Vorstände der Unternehmen, Dirk Biesenbach und Heiko Leonhard, haben nun ihre Unterschrift unter den Kaufvertrag gesetzt.

Die Rheinbahn Immobiliengesellschaft wird offiziell umbenannt in "DWG Wohnen GmbH". Für die Mieter der Wohnungen — ob Rheinbahn-Mitarbeiter oder nicht — soll sich nichts ändern. "Sie wurden schon vor dem Beginn der Verkaufsgespräche informiert", sagt Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher.

Es gebe lediglich neue Ansprechpartner. Die bisher für die Immobiliengesellschaft zuständigen Mitarbeiter verbleiben bei der Rheinbahn. "Für die Rheinbahn war der Schutz ihrer Mieter sehr wichtig", sagt Schumacher. Eine Kündigung, eine anstehende Luxussanierung, wie sie beim Verkauf auf dem freien Markt eventuell möglich wäre — kam nicht in Frage.

Mit der DWG habe man sich einen Partner ausgewählt, bei dem durch die genossenschaftlichen Strukturen langfristig der Mieterschutz gewährleistet sei. Die Angestellten der Rheinbahn haben nun die Möglichkeit — nach den Genossenschaftsmitgliedern — aus dem gesamten Wohnungsangebot der DWG auszuwählen.

Und das ist in Düsseldorf und den umliegenden Städten Neuss und Erkrath nicht gerade wenig. Mit den Rheinbahn-Wohnungen hat die Genossenschaft nun insgesamt 7500 Wohnungen im Bestand, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt sind. Die Wohnungen der DWG fallen ebenfalls in die Kategorie "bezahlbarer Wohnraum". So kostet eine 55 Quadratmeter große Wohnung an der Scheffelstraße im Stadtteil Mörsenbroich 384 Euro monatlich Kaltmiete.

Wer eine Wohnung der DWG beziehen möchte, muss vorher Mitglied der Genossenschaft werden und einen Geschäftsanteil in Höhe von 2000 Euro kaufen. Das Guthaben wird jährlich mit bis zu vier Prozent verzinst. Die DWG ist die größte Genossenschaft der Landeshauptstadt und hat mehr als 10000 Mitglieder.

Das Unternehmen erwirtschaftete 2011 einen Jahresumsatz von 40 Millionen Euro. Grund für den Verkauf der Rheinbahn-Wohnungen ist offiziell die "Konzentration aufs Kerngeschäft" — sprich den Nahverkehr. Weil die Technik in die Jahre gekommen ist, wird in den kommenden Jahren mit hohen Investitionen gerechnet.

(EW/top/jco)