Rheinbahn streitet mit Bombardier über neue Züge

Nach Panne bei Testfahrt : Rheinbahn streitet mit Bombardier über neue Züge

Das Unternehmen soll den Prototypen, mit dem es eine Panne gegeben hat, zu spät geliefert haben – deshalb wurde auch die Serie teilweise falsch gebaut, argumentiert die Rheinbahn.

Nach der Panne bei einer Testfahrt einer der neuen Stadtbahnen vom Typ HF6 im Oktober in Duisburg nimmt die Rheinbahn jetzt den Hersteller Bombardier in die Verantwortung: „Wir sind nach reiflicher Prüfung der Sachlage zu dem Schluss gelangt, dass Bombardier da eine Verantwortung für hat“, sagte Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher auf Anfrage. Nun müsse man gemeinsam zu einer Lösung kommen, wer welche Kosten für die Folgen der Panne trägt. Dabei stelle sich Bombardier aktuell aber quer, heißt es.

Im Oktober war ein Prototyp der neuen Stadtbahnen, von denen die Rheinbahn in einem 120-Millionen-Deal insgesamt 43 Stück bestellt hat, bei einer Testfahrt in Duisburg an einem Bahnsteig entlanggeschrammt. Die neuen Züge erwiesen sich als zu breit für die Bahnsteige in der Nachbarstadt. Ein Umbau ist technisch möglich – aber eben mit Kosten verbunden. Zunächst hatte die Rheinbahn die Schuld an der Panne auf sich genommen. Dass Bombardier aber mitverantwortlich ist, sieht man darin begründet, dass der Hersteller den Prototypen ein Jahr später als bestellt geliefert, aber gleichzeitig an der Serie gearbeitet hat. „Wäre die Bahn pünktlich da gewesen, hätten wir den Fehler bemerkt und ihn vor dem Bau weiterer Teile beheben können“, argumentiert Schumacher. Außerdem sei man seitens der Rheinbahn davon ausgegangen, dass Bombardier die Gegebenheiten in Duisburg – und damit die Unterschiede zu Düsseldorf – kenne. „Denn für Duisburg hat das Unternehmen auch schon gebaut, da dachten wir, dass das Wissen darüber in die Arbeit mit einfließt.“

Das kanadische Unternehmen teilte unterdessen auf Anfrage mit, Bombardier habe die neue Straßenbahn konsequent nach den Vorgaben der Rheinbahn gebaut. „Dies wurde anhand sorgfältig durchgeführter technischer Prüfungen nachgewiesen. Es geht jetzt darum, in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der Rheinbahn eine tragfähige Lösung zu finden“, heißt es. Wie viel der Umbau der bereits gefertigten Bahn-Teile kostet, ist indes nicht beziffert.

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