Nach Ärger um U 79: Rheinbahn steigt in Duisburg ein

Nach Ärger um U 79 : Rheinbahn steigt in Duisburg ein

Das Unternehmen will die U 79 zwischen Düsseldorf und Duisburg allein betreiben. Eine gute Nachricht für Fahrgäste: Die Duisburger Bahnen sind oft ein Ärgernis. In der Nachbarstadt geht die Angst vor einer Übernahme um.

Die Rheinbahn steht vor dem Abschluss eines weiteren Geschäfts mit den Duisburger Stadtwerken. Die Düsseldorfer wollen einen Teil der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) übernehmen: Es geht um die Stadtbahn U 79, die zwischen Oberbilk und Meiderich pendelt.

Die Rheinbahn bietet der DVG an, diese Linie künftig allein zu betreiben und die 18 Fahrzeuge aus Duisburger Bestand zu warten. Über die Höhe dieses Deals ist nichts bekannt. Erst kürzlich war ein erster Abschluss bekannt geworden: Die Rheinbahn bezieht ihren Strom künftig von den Duisburger Stadtwerken und nicht mehr vom Düsseldorfer Versorger. Das Volumen: 30 Millionen Euro.

In Duisburg geht die Angst um, dass es bei den Überlegungen zur U 79 nicht bleibt. Nach RP-Informationen bestehen Sorgen, dass die Rheinbahn die gesamte DVG übernehmen will. Rheinbahnsprecher Georg Schumacher dementiert: "Daran haben wir kein Interesse." Die Rheinbahn suche lediglich Synergieeffekte. In diesem Fall könne sie ihre Werkstatt besser auslasten. Die Duisburger würden dann zu Kunden. So wie Krefeld, Neuss oder Meerbusch, wo ebenfalls Bahnen und Busse der Rheinbahn fahren.

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Kenner des Öffentlichen Personennahverkehrs stellen der DVG kein gutes Zeugnis aus: Die Züge seien überaltert, unzureichend gewartet und pannenanfällig. Fahrgäste der U 79 können ein Lied davon singen: Die Duisburger Bahnen bleiben immer wieder mitten auf der Strecke stehen, manche Türen lassen sich wochenlang nicht öffnen, Fahrer müssen die Trittstufen am Ein- und Ausstieg mit Gewalt reindrücken, weil die Technik streikt.

Die Stadt Duisburg und ihre Töchter müssten sparen, wo es geht, heißt es. Deshalb rät Rheinbahn-Aufsichtsrat Norbert Czerwinski (Grüne) von weitergehenden Geschäften mit der DVG ab. Für Weiteres habe Rheinbahnchef Dirk Biesenbach keinen Auftrag, sagt Manfred Neuenhaus. Er sitzt für die FDP im Kontrollgremium.

Ärger über Pannen und Mängel

Die Rheinbahn erhofft sich nach RP-Informationen vom Betreiben der U 79 aus einer Hand einen identischen Standard bei den Bahnen. In Relation zu den anderen Linien würden sich Fahrgäste über Mängel auf der Stadtbahn zwischen Düsseldorf und Duisburg am häufigsten beschweren. Meistens sind es Versäumnisse, für die die Rheinbahn nichts kann — denn sie betreffen die Duisburger Bahnen.

(RP)
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