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Düsseldorf: Rheinbahn - Probleme mit Ziel-Anzeige

Düsseldorf : Rheinbahn - Probleme mit Ziel-Anzeige

Wegen eines technischen Fehlers können Düsseldorfs Straßenbahnen seit Mittwoch ihre Fahrziele nicht mehr richtig anzeigen. Warum es zu dem Defekt kam, ist derzeit noch unklar. Heute soll das Problem behoben werden.

Normalerweise zeigen Düsseldorfs Straßenbahnen auf ihren elektrischen Tafeln genau an, in welche Richtung sie unterwegs sind und um welche Linie es sich handelt. Seit gestern ist dies auf vielen Linien nicht mehr möglich: Wegen eines technischen Defekts sind auf den Straßenbahnen im gesamten Stadtgebiet die Fahrziele nicht mehr richtig zu sehen. Teilweise ist sogar nur noch die Ziffer der jeweiligen Bahnlinie auf den Tafeln abgebildet. Warum es zu dem Fehler kam und wann er behoben sein wird, ist derzeit offen.

So sei zu Anfang sogar gar nicht klar gewesen, dass es sich um ein stadtweites Problem mit den sogenannten Zugziel-Anzeigen handle, sagte Rheinbahn-Sprecher Eckhard Lander gestern: "Wir dachten zunächst, nur die Linie 719 sei von dem Fehler betroffen. Und bei ihr ist das besonders ärgerlich", sagt er. Weil seit gestern der neue Fahrplan des Nahverkehrs-Unternehmens gültig ist, fährt die Straßenbahn-Linie 719 erstmals bis in den Medienhafen. Zwei neue Haltestellen (Speditionstraße und Kesselstraße) wurden dafür eigens eingerichtet. Um die Fahrgäste dennoch auf das neue Angebot der Linie aufmerksam zu machen, wies die Rheinbahn deshalb auf ihren elektronischen Anzeigen an den Stationen sowie per Durchsage in der Straßenbahn auf den verlängerten Linienweg hin.

Später habe sich jedoch herausgestellt, so Lander, dass sämtliche Straßenbahnen — mit Ausnahme der U-Bahn-Linien — Probleme mit der Anzeige hätten. So zeigten einige Züge nur noch an der Vorderseite, andere auf den Seiten-Anzeigen ihr Ziel an. Wieder andere Bahnen, wie zum Beispiel die Linie 715, konnten gar kein Ziel mehr präsentieren — und sorgten somit für Verwirrung: "Wir haben hier so ein großes Straßenbahn-Netz, da brauchen viele Fahrgäste einfach diese Anzeigen, um sich zu orientieren. Das ist ja kein Kopfschmuck", sagte Lander. Notwendig ist dies auch wegen der zusätzlichen Bahnen, die zu den Stoßzeiten morgens und am Nachmittag auf vielen Linien unterwegs sind und teilweise nicht alle Haltestellen des normalen Weges anfahren. Die Rheinbahn hofft deshalb, den Defekt so schnell wie möglich zu beheben. "Im Moment können wir uns aber wirklich nicht erklären, woran es liegt", sagte der Sprecher. Voraussichtlich heute im Laufe des Tages könne das Problem behoben werden. Auf der verlängerten Linie 719 soll schon heute Morgen alles wieder funktionieren. Schließlich sei dort die Verwirrung am größten, sagte Lander.

Den Defekt zu beheben, ist jedoch auch eine logistische Herausforderung: Denn um die elektronische Anzeige in den Zügen kümmern sich drei Abteilungen bei der Rheinbahn. Lander: "Zuerst stellt unsere Verwaltung die Daten für die Straßenbahnlinien mit Haltestellen und Fahrziel zusammen." Danach kommen diese Informationen in die Zentralwerkstatt des Unternehmens in Heerdt, wo sie von Experten auf Chips programmiert werden. Danach werden sie nach Lierenfeld zum Betriebshof der Rheinbahn gebracht und in die Bahnen eingesetzt. Umso erstaunlicher ist es deshalb, dass alle Straßenbahnen Probleme haben: Schließlich werden die Chips für jede Bahn einzeln programmiert und nicht zentral gesteuert.

(lai)