Rheinbahn in Düsseldorf setzt auf teure Ledersitze

Nahverkehr in Düsseldorf: Die Rheinbahn setzt auf teure Ledersitze

Um ihre Fahrzeuge besser vor Feuer zu schützen, tauscht die Rheinbahn bis Jahresende alte Stoffsitze durch Leder aus. Das Unternehmen will mit diesem Schritt seinen Kunden höheren Komfort bieten.

Der Weg zur Arbeit mit der Rheinbahn wird künftig ein wenig luxuriöser. Denn in den alten Hochflurbahnen des Verkehrsunternehmens werden in den kommenden Monaten die alten Stoffsitze durch hochwertiges Leder ersetzt. Neben einer Aufwertung der Bahnen geht es bei der Maßnahme in erster Linie jedoch um Verbesserungen im Brandschutz.

Betroffen von dem Austausch sind die Fahrzeuge des Typs B 80, die seit den 1980ern in Betrieb sind und zum Beispiel auf den Stadtbahnlinien nach Duisburg und Krefeld eingesetzt werden. Hintergrund der Maßnahme ist die europäische Brandschutzverordnung, die Maßnahmen zur Vermeidung von Feuer im Nahverkehr vorsieht. Denn im Vergleich zu den Stoffpolstern, die aktuell über die Sitze der Fahrzeuge gezogen sind, fangen die neuen Ledersitze nicht nur schwerer Feuer, sondern sind auch selbstlöschend, um ein Ausbreiten eines möglichen Feuers von Anfang an zu verhindern.

Beim Austausch der Sitze hat die Rheinbahn jedoch aus einer Not eine Tugend gemacht und ihn mit einem Einbau von hochwertigen Ledersitzen verbunden. Diese Sitze gehören zum neuen Designkonzept des Unternehmens und sind beispielsweise schon in einigen Bussen zu sehen und testen. Dabei stehe laut Vorstandssprecher Michael Clausecker auch der Komfort für die Fahrgäste im Vordergrund. Denn während viele Verkehrsbetriebe aus dem Umland auf harte Plastikschalen oder Stoffbezüge setzen, will die Rheinbahn ihren Kunden einen größeren Luxus bieten.

"Wir sind überzeugt, dass die neuen Sitze den Düsseldorfer Ansprüchen gerecht werden", erklärt Clausecker. Das gewählte Material wird abseits der Rheinbahn zum Beispiel in Flugzeugen der Lufthansa verwendet. Dabei ist jedoch anzumerken, dass es sich nicht um einen Ledersitz wie in den neuen Bussen handelt, sondern um eine Plastikschale mit zwei Lederpolstern. Die Kosten für die Umrüstung der 102 betroffenen Bahnen mit jeweils 70 Sitzen schätzt die Rheinbahn auf rund 2,2 Millionen Euro.

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Doch aus Kundensicht lohne sich die Investition, denn die Rückmeldungen der Fahrgäste seien bislang sehr positiv, berichtet Clausecker. Denn neben einer besseren Optik zeichnen sich die Ledersitze auch durch eine höhere Hygiene aus, da sie leichter zu reinigen sind und sich Schmutz nicht wie vorher im Stoff festsetzt. Aber das Material hat auch Nachteile: Im Winter ist Leder kalt, während man bei heißen Temperaturen im Sommer an den Sitzen klebt.

Das hochwertige Design habe aber laut Michael Clausecker noch einen weiteren Vorteil: Schutz vor Vandalismus. Die Erfahrungen des Unternehmens sowie anderer Verkehrsbetriebe zeigten, dass hochwertige Ausstattungen seltener verschmutzt oder zerstört würden. In den alten Bahnen kommt dieses hochwertige Design jedoch nur bedingt zur Geltung. Denn die rustikale Holzoptik aus den 1980ern sowie der abgetretene Boden wollen nicht so ganz zu der modernen Optik der Sitze passen.

Doch auch hier stehen Änderungen auf dem Plan, denn noch ist nicht klar, ob die alten Fahrzeuge überhaupt noch lange benötigt werden. Denn die Fahrzeuge sind mitunter schon seit den 1980ern im Einsatz. Aktuell stehen je nach Kosten sowohl eine umfassende Sanierung der alten Wagen als auch ein Austausch durch neue Fahrzeuge in den kommenden Jahren zur Debatte.

(RP)