Rheinbahn-Chef Michael Clausecker muss gehen

Umstrittener Düsseldorfer Manager : Rheinbahn-Chef Michael Clausecker muss gehen

Der Aufsichtsrat hat das Vertrauen in den Rheinbahn-Chef verloren. Seine Nachfolge ist noch unklar. Das Unternehmen war zuletzt durch Fahrermangel und ungewöhnlich viele Bus- und Bahnausfälle in die Kritik geraten.

Nach weniger als drei Jahren im Amt muss der Vorstandschef der Düsseldorfer Rheinbahn, Michael Clausecker, seinen Posten räumen. Der Aufsichtsrat entschied sich am Mittwochnachmittag gegen eine Weiterarbeit mit dem Manager. Zu Beginn der für 17 Uhr terminierten Sitzung wurde ihm die Entscheidung mitgeteilt.

Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), der den Aufsichtsrat führt und Clausecker geholt hatte, teilte am Abend mit, er habe feststellen müssen, dass die nötige Unterstützung für dessen Kurs nicht mehr gegeben sei. Sowohl die acht Anteilseigner im Gremium, also die politischen Vertreter, als auch der sogenannte Viererausschuss mit je zwei Mitarbeiter- und Stadtvertretern (darunter Geisel) hatten vor der Sitzung einstimmig für eine Ablösung votiert. Clausecker erhält aller Voraussicht nach noch zwei Jahresgehälter von je bis zu 305.000 Euro, da sein Vertrag noch nicht erfüllt war.

Die Nachfolge ist noch völlig unklar. Man wolle „möglichst zeitnah, aber mit der erforderlichen Sorgfalt“ geeignete Bewerber vorschlagen. Ob im Unternehmen oder nur extern gesucht wird, ist nicht bekannt. Der zweite Vorstand und Arbeitsdirektor Klaus Klar behält seinen Posten.

Clausecker stand unter Druck, weil sein Wachstumsprogramm für die Rheinbahn nicht den erwünschten Erfolg gebracht hat. Darüber hinaus hat das städtische Verkehrsunternehmen mit Problemen im Betrieb zu kämpfen. Durch Fahrermangel und überalterte Fahrzeuge fallen derzeit ungewöhnlich viele Bus- und Bahnfahrten aus. Auch eine missglückte Zugbestellung hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt: Ein Prototyp einer neuen Stadtbahn war zu breit geraten und bei einer Testfahrt an einem Bahnsteig in Duisburg entlang geschrammt.

Die Absetzung hatte sich angedeutet. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Rheinbahn, Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD), hatte den Manager am Dienstag in einem Interview mit unserer Redaktion scharf kritisiert und ihm Fehler im Kerngeschäft der Rheinbahn, also vor allem dem Bahnverkehr, vorgeworfen. „Statt sich um das Pflichtprogramm zu kümmern, hat sich der Vorstand zu stark um Zusatzprojekte gekümmert, die aus meiner Sicht zwar schön, aber nicht vordringlich sind“, sagte Geisel.

Die Nachfolge ist noch offen. Der zweite Vorstand der Rheinbahn, Klaus Klar, darf seine Arbeit fortsetzen.

Mehr von RP ONLINE