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Hohe Sanierungskosten: Rheinbahn braucht 60 Millionen

Hohe Sanierungskosten : Rheinbahn braucht 60 Millionen

Der Verkehrsbetrieb muss 30 Jahre alte Sicherheitssysteme vor allem in den U-Bahn-Tunneln erneuern. Bei deren Bau 1981 gab es Zuschüsse vom Land, die Folgekosten sollen jedoch allein getragen werden. Das würde die Bilanz verhageln.

Auf die Rheinbahn kommen in der nächsten Zeit Sanierungskosten zu, die sich am Ende allein für die Stadt Düsseldorf auf rund 60 Millionen Euro summieren würden. Hintergrund: Das Verkehrsunternehmen muss Techniken ersetzen, die vor 30 Jahren eingebaut wurden. Die sind zwar veraltet, aber immer noch zuverlässig, jedoch dringend erneuerungsbedürftig, weil es bald an Ersatzteilen und an Fachleuten mangeln wird, die mit ihnen umgehen können. Frage ist: Wer zahl?

Es geht vor allem um Sicherheitssysteme aus den Anfängen der U-Bahn — also dem Jahr 1981, als die ersten Tunnel mit darin fahrenden Bahnen in Düsseldorf an den Start gingen. Tief unten neben dem Heinrich-Heine-Bahnhof gibt es aus diesen Jahren nicht nur die bereits damals fertiggestellten Verbindungsstollen zur bald beendeten Wehrhahn-Linie, sondern auch große Räume, in denen noch das Klackern von Schalt-Relais zuhören ist. Von dort wird das Zugsicherungssystem gesteuert, das den Verkehr in den Röhren regelt, überwacht und vor allem sicher macht. Es sorgt nämlich dafür, dass sich die Züge in den Tunneln nie zu nahe kommen.

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Über ein Kabel, das (deutlich sichtbar) auf den Bohlen zwischen den Schienen verläuft, überwacht diese Technik permanent den Status quo der Strecke und auch die Stellung der Weichen. Würde also eine Bahn zu kurz nach der Vorherigen auf die Strecke gehen, dann griffe das System sofort ein und stoppte den Zug — egal, was der Fahrer tut. Das gilt auch für falsch stehende oder nicht korrekt eingerastete Weichen — aus den Katakomben des Heine-Bahnhofs am Rand der Altstadt wird die Sicherheit in allen Röhren der Stadt überwacht. Und bald auch die der Wehrhahnlinie. Aber diese Technik, die nach heutigen Maßstäben sehr viel Platz braucht, ist nicht mehr zeitgemäß. Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher: "Sie läuft allerdings absolut zuverlässig!"

Und es gibt auch noch alle Ersatzteile. Ein Problem ist jedoch, dass die Techniker, die sie warten können, langsam rar werden. Die interne Schätzung: Binnen fünf Jahren muss das gesamte System ausgetauscht werden.

Die Kosten dafür werden derzeit mit ca. 60 Millionen Euro kalkuliert. Und dieses Geld würde der Rheinbahn die Bilanz verhageln. Vor allem würde es das seit Jahren immer mehr nach unten gedrückte Defizit (zuletzt bei 52,6 Millionen) wieder stark nach oben drücken — zu Lasten der Stadt Düsseldorf, der die Rheinbahn gehört.

Rheinbahn-Vorstand Dirk Biesenbach ist jedoch der Meinung, dass diese Summen gar nicht allein vom Unternehmen gestemmt werden müssen, sondern meint, es sei Sache des Landes und/oder des Bundes, sich daran zu beteiligen. Die Begründung: Damals, Anfang der 80er Jahre, wurden die Kommunen mit hohen Zuschüssen gelockt, ihre Verkehrswege zu modernisieren und, wenn möglich, unter die Erde zu gehen. Düsseldorf tat das, kassierte einen großen Teil der Baukosten als Zuschuss — und sieht sich heute mit Folgekosten konfrontiert, die selbst eine wohlhabende Stadt nicht ohne weiteres wird ausgeben können. Daher versucht man nun, mit den zuständigen Ministerien zu verhandeln und sie mit ins Boot zu holen.

Duisburg, in Teilen ans Rheinbahn-Netz angeschlossen, würde das noch härter treffen: Die dortigen Röhren zu modernisieren würde ca. 40 Millionen kosten — und dieses Geld hat die Stadt definitiv nicht. Mit Schulden kann sie es aber auch nicht bezahlen, weil sie nicht die Erlaubnis bekommen würde, dafür Geld zu leihen.

Diese modernen Sicherheitssysteme werden übrigens auch als Argument gegen die neue Rheinquerung als Tunnel aufgeführt: Sie kosten auch im Neubau sehr viel Geld.

(RP)