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Rheinbad Düsseldorf: Polizeieinsatz wegen rechter Gruppe

Polizeieinsatz am Düsseldorfer Schwimmbad : Rechte marschieren am Rheinbad auf

Zum vierten Mal seit Ende Juni gab es am Sonntag einen Polizeieinsatz am Düsseldorfer Rheinbad. Zehn Streifenwagen fuhren vor, als 50 Männer der rechten Bruderschaft Deutschland in das Bad wollten.

Der furchtbare Tod eines achtjährigen Jungen in Frankfurt mobilisiert die rechte Szene in Deutschland. Am Samstag fand dazu auch in Düsseldorf eine Mahnwache von Rechtsgesinnten am Hauptbahnhof statt. Rund 50 Personen, die nach Informationen unserer Redaktion Mitglieder und Sympathisanten der „Bruderschaft Deutschland“ sind, wollten aber auch am Sonntag ein Zeichen setzen und schauen, ob im Rheinbad alles in Ordnung ist. Sie fuhren zu dem Bad und begehrten Einlass. Dazu kam es jedoch nicht. Der städtische Ordnungsdienst rief die Polizei, die Gruppe verzog sich. Es wurden Personalien aufgenommen.

Auslöser der Aktion war die Schreckenstat von Frankfurt vom Montag vergangener Woche:  Am Frankfurter Hauptbahnhof hatte ein Mann aus Eritrea eine Mutter und ihren Sohn auf die Gleise geworfen. Während die Mutter das Attentat überlebte, starb der Achtjährige.

Das Rheinbad ist nun in diesem Zusammenhang für die rechte Bruderschaft eine gute Bühne, um ihren Slogan „Es reicht“ zu inszenieren. Denn erstmals am letzten Juni-Wochenende hatte die Polizei das Rheinbad geräumt, als eine dreistellige Zahl von Jugendlichen dort für Unruhe sorgte. Die meisten von ihnen sollen laut Mitarbeitern der Bädergesellschaft einen Migrationshintergrund haben und vermutlich aus Nordafrika stammen. Mittlerweile sind  an warmen Tagen Security-Kräfte im Bad im Einsatz, auch der städtische Ordnungsdienst geht Streife und sichert zudem die Ausweiskontrollen am Eingang ab.

Die OSD-Mitarbeiter sagten den rund 50 Männern der rechten Szene am Sonntag, dass sie nicht ins Rheinbad kommen würden. Gleichzeitig wurde die Polizei alarmiert. Dies war um 14.20 Uhr. Die Beamten rückten mit zehn Streifenwagen aus. Die Gruppe zog angesichts der massiven Polizeipräsenz ab und trollte sich in Richtung Arena-Bahnhof. Die Polizeikräfte folgten und führten dort Personenkontrollen durch. 36 Personen wurden angetroffen, die Personalien aufgenommen.

Laut Polizeipräsidium wurde kein strafrechtlich relevantes Verhalten festgestellt. Sämtliche Informationen werden nun dem Staatsschutz zur Verfügung gestellt, der  den Vorfall prüfen soll.

Die „Bruderschaft Deutschland“ entstand in Garath, die Mitglieder sind aber seit einiger Zeit  auch in Eller und Oberbilk aktiv. Sie wollen  präsent sein in Stadtteilen, wo sie Deutsche durch Gewalt von Migranten bedroht glauben. Dem Staatsschutz sind die Personen bekannt.