Düsseldorf: Retten Möbelhäuser die DEG?

Düsseldorf : Retten Möbelhäuser die DEG?

Der Düsseldorfer Eishockey-Klub sucht dringend nach Großsponsoren. Als Kandidaten gelten nun die Unternehmen Schaffrath und Höffner, die in der Nachbarschaft des ISS Dome Möbelhäuser bauen wollen.

Die Rettung für die DEG könnte direkt aus der Nachbarschaft kommen. Die Möbel-Unternehmen Schaffrath und Höffner besitzen beide Grundstücke an der Theodorstraße, an der die Eishockey-Profis ihre Heimspiele austragen. Nach Redaktions-Informationen sollen beide Firmen nun Interesse an einem Sponsoring haben.

Eine Sprecherin von Höffner sagte am Abend, es handle sich nur um Gerüchte, da sei nichts dran. DEG-Sprecher Frieder Feldmann sagte auf Anfrage: "Bis jetzt gibt es keine Gespräche in dieser Richtung. Vielleicht ist es ja eine erfreuliche Perspektive, der wir gegebenenfalls gerne nachgehen."

Das Pikante daran: Beide Möbelhändler wollen an der Theodorstraße jeweils eine riesige Niederlassung bauen. Es wurden zwei Areale verkauft - eines von der IDR an den Mönchengladbacher Möbelhändler Schaffrath, eines von zwei privaten Eignern an die in Berlin sitzende Kette Höffner, beziehungsweise deren Mutterkonzern Krieger, der auch als Projektentwickler tätig ist. Die Grundstücke liegen sich gegenüber.

Dass sie nun womöglich die Konkurrenz in unmittelbarer Nachbarschaft bekommen, erzürnt die Berliner, ihre Geschäftsführerin Edda Metz warf der IDR in einem RP-Interview Täuschung vor. Höffner ist der Meinung, dass die IDR nicht an Schaffrath hätte verkaufen dürfen, weil die Baumarktkette "Bauhaus" eine Absprache mit der IDR hatte, wonach Bauhaus das Land bekommen sollte, beziehungsweise eine Art Vorrecht darauf hat.

Das bestreitet IDR-Chef Denis Rauhut. Es habe zwar eine Absprache mit Bauhaus gegeben, die sei aber rechtlich nicht bindend gewesen. Man habe daher, als die Anfrage von Schaffrath kam, das Land zu kaufen, bei Bauhaus angefragt, dort habe man aber kein Interesse mehr gehabt.

Inzwischen wird nicht mehr ausgeschlossen, dass es zum Rechtsstreit in dieser Sache kommt. Möglicherweise jedoch entschließt man sich, beiden Firmen ihren jeweiligen Bau zu genehmigen. In der Politik jedenfalls gibt es ernsthafte Befürworter dieser Idee - Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft. Höffner plant an der Theodorstraße ein Projekt, das nicht nur einen Möbelhandel, sondern auch noch andere Aktivitäten beinhalten würde. Insgesamt, so hieß es aus der Führung des Konzerns, wolle man rund 200 Millionen Euro investieren. Auch Schaffrath würde gern eine entsprechende Niederlassung errichten. Für das Areal gibt es zwar einen Bebauungsplan, aber beide Interessenten haben für ihre jeweiligen Objekte noch kein Baurecht. Es ist also offen, wie die Stadt entscheidet, wem sie die Baugenehmigung erteilt.

Um auch in der nächsten Saison in der höchsten deutschen Spielklasse anzutreten, benötigt die DEG mehr als zwei Millionen Euro. Zuletzt hatte die Vereinsspitze erklärt, zum 15. Februar die Lizenzgebühr von 100 000 Euro zu hinterlegen. Dann hat sie bis Ende April Zeit, die genannten zwei Millionen Euro Sponsorengelder zu sammeln. Düsseldorfs Sportpolitiker hatten erklärt, bei der Sponsorensuche behilflich sein zu wollen. Einen Sonderzuschuss der Stadt wie 2012 wird es nach jetzigem Stand nicht noch einmal geben.

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