"Setzkasten": Restaurant im Zurheide-Supermarkt The Crown Düsseldorf - der Gastro-Tipp

Gastro-Tipp für Düsseldorf : Gourmettempel im Supermarkt

Ein sterneverdächtiges Restaurant im Supermarkt. Geht das? Im Crown, dem Zurheide in der Innenstadt, ist das möglich. Im Restaurant „Setzkasten“ gibt es hochwertige Küche nach dem Modul-Prinzip.

Der Weg führt die Rolltreppe hinunter, vorbei an der großen Weinabteilung, der Mozzarella Bar und an der offenen Küche, bei der man hinter Glas die Köche bei ihrer Arbeit beobachten kann. Von dort geht es ins Restaurant. „Setzkasten“ nennt sich das elegant eingerichtete Lokal. Fernab vom Einkaufsstress dominieren warme Gold- und Brauntöne. Die Tische sind vor eine lange Sitzbank gestellt. Eine ausgefallene Architektur. Das Restaurant hat Platz für rund 50 Personen – hinzukommen acht bis zehn Plätze am Cheftable in der Küche, von wo aus man direkt mit den Köchen kommunizieren kann.

Küchenchef im Setzkasten ist Anton Pahl, der unter anderem bei Nelson Müller als Souschef gearbeitet hat und bis vor kurzem das Gourmet-Bistro von Zurheide in Reisholz leitete. Was der 32-Jährige aber jetzt auf die Teller zaubert, das ist kulinarisch absolutes Spitzenniveau. Und das ist auch so gewollt. Gemeinsam mit Jörg Tittel, Gastronomiechef bei Zurheide, hat Pahl das Konzept für den Setzkasten entwickelt. Dabei hatten die beiden ihre erste Inspiration während einer gemeinsamen Kreuzfahrt. Heute gibt es, wenn gewünscht, zwölf kulinarische Kleinigkeiten in vier Gängen, also vier Setzkästen (99 Euro). Doch der Gast kann auch individuell wählen – also nur einen Setzkasten und eine Hauptspeise. Da ist die Küche sehr flexibel.

Anton Pahl gehört zu den ambitionierten Köchen, die regelmäßig ihr Angebot ändern. Im Setzkasten ist das monatlich der Fall. Das gilt allerdings nicht für den „Schnellen Setzkasten“, das dreigängige Mittagsmenü (19,90 Euro) wechselt jede Woche.

Unser Testbesuch begann mit einem Gruß aus der Küche. Neben dem selbst gebackenen Sauerteigbrot gab es einen 36 Monate alten Iberico-Schinken, der aus der Schinkenabteilung kam. Es folgte ein Eishörnchen mit gekühlter Gänseleberpastete – köstlich.

Für den ersten Gang wählten wir den Vorspeisen-Setzkasten (18 Euro). In einem schwarzen hölzernen Kasten mit drei Ebenen, die mit Filz ausgelegt sind, kommen drei kleinere Portionen auf den Tisch. Die Gazpacho Andaluz (als Normalportion 14 Euro) war gehaltvoll und tomatig-geschmacksintensiv. Uns gefiel die Kombination von Avocado-Creme, Schmand und Kaviar. Den Höhepunkt des ersten Gangs bildete „Ceviche Heim Style“ (18 Euro) Dahinter verbergen sich Tomate und Brombeere mit roh eingelegten Jakobsmuscheln. Das Muschelfleisch war zart und verursachte auf der Zunge eine Geschmacksexplosion von Aromen.

Es versteht sich, dass in dieser gehobenen Küche jedes Gericht fantasievoll arrangiert ist. Weiter ging es mit dem Zwischengang. Carabinero (Riesengarnelen) mit Topinambur und Petersilie passten harmonisch zusammen. Der Lachs war wunderbar glasig gebraten und die Kombination aus Gurken und Rhabarber (beides in feine Streifen geschnitten), ergänzen sich perfekt. Um Platz für den Hautgang zu gekommen, gab es ein Gurkensorbet, angereichert mit Gin und Tonic. Ein Klassiker von seinen Komponenten, nur neu interpretiert. Ob Wildschwein knusprig (24 Euro), Maispoularde mit Teriyaki (26 Euro) oder Hohe Rippe mit Zucchini (29 Euro) – die Hauptgerichte sind ebenfalls extravagante, geschmacklich-harmonische Gerichte. Wir wählten das Rinderfilet mit dem besten Erbsenpüree, das wir je gegessen haben: süß im Geschmack und wunderbar cremig.

Bliebe noch das Dessert. Da empfiehlt sich der Setzkasten (16 Euro) mit der süßen Verführung.

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