Schiffchen in Düsseldorf-Kaiserswerth: Das ist Küchenchefin Nina Ranger

Düsseldorfer Küchenchefin Nina Ranger : Von Kaiserswerth nach Paris und wieder zurück

Nina Rangers Karriere begann mit einem zweiwöchigen Praktikum im Kaiserswerther Schiffchen. Zehn Jahre später und nach einen Zwischenstopp in Paris ist die 28-Jährige wieder zurück – und zwar als Küchenchefin.

Schon als junges Mädchen war Nina Ranger eine Feinschmeckerin. Ihre Großmutter hat die Leidenschaft für gutes Essen und die Freude am Kochen früh in ihr geweckt. „Meine Oma hat oft für mich gekocht, und sie achtete stets sehr darauf, nur hochwertige Produkte zu verwenden“, erinnert sie sich. Fleisch und Fisch, so die 28-Jährige, habe es nicht jeden Tag gegeben, sondern meistens nur einmal in der Woche, an den anderen Tagen gab es beispielsweise Nudel- oder Kartoffelgerichte, zudem habe die Oma ganz hervorragende Pizza zubereitet. Gekocht hat Ranger immer schon gern, etwa während des Hauswirtschaftsunterrichts in der Schule.

Dass sie ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und vor zehn Jahren ihre Ausbildung zur Köchin bei Jean-Claude Bourgueil im Schiffchen begonnen hat, war allerdings eher ein Zufall. Nach Beendigung der Schulzeit mit der mittleren Reife wusste sie nämlich zunächst noch nicht so genau, was sie beruflich machen wollte. „Ich war in der ,Findungsphase’, wollte das eine oder andere ausprobieren“, sagt sie. Über Bekannte, die in Kaiserswerth wohnten, bekam sie dann die Möglichkeit, im Schiffchen ein zweiwöchiges Praktikum zu absolvieren.

„Vom ersten Tag an habe ich gelernt, dass alle Produkte sehr hochwertig sind, man gut mit ihnen umgehen und sie mit viel Liebe verarbeiten muss“, erinnert sich Ranger an ihre ersten Wochen dort. Und als Bourgueil ihr nach Beendigung des Praktikums anbot, eine Ausbildung zur Köchin bei ihm zu absolvieren, musste sie nicht lange überlegen – das war vor zehn Jahren, im September 2009. Die Faszination ihres Berufs lag für Ranger von Beginn an in der Ausübung des Handwerks. So ist es ihr beispielsweise sehr wichtig, ganze Fische und Vögel zu verarbeiten und so wenig wie möglich wegzuwerfen. „Zu meinem Beruf als Köchin gehört es selbstverständlich dazu, einen Fisch auszunehmen und aus Gräten, Kopf und Haut einen Fond zuzubereiten“, erklärt die gebürtige Düsseldorferin. Im Schiffchen, so die 28-Jährige, werde alles selbst hergestellt, jede Soße und jeder Fond – und das macht ihr großen Spaß.

Hier finden Sie weitere Nachrichten zu den Restaurants in Düsseldorf.

Neben der Freude an ihrer Arbeit ist für Nina Ranger der familiäre Umgang miteinander entscheidend. Deshalb hat sie es nur einen Monat ausgehalten, als sie vor einigen Jahren einmal etwas anderes sehen wollte und nach Paris ging. „Ich dachte damals, als Köchin müsste ich unbedingt eine Weile in Paris arbeiten, aber ich habe mich dort nicht wohl gefühlt“, erinnert sie sich an diese Zeit. Umso größer war die Freude, als Bourgueil ihr nach der Rückkehr in die Heimat anbot, wieder bei ihm zu arbeiten – mit der Aussicht auf eine höhere Position. Und nachdem sie als Chef de Partie für alle Posten, von Fisch über Fleisch und Gemüse bis hin zu den Vor- und Nachspeisen, verantwortlich war, ist sie heute mit erst 28 Jahren Küchenchefin im Schiffchen und arbeitet Hand in Hand mit ihrem Lehrmeister. „Zurzeit bin ich hauptsächlich für die Nachspeisen zuständig, aber natürlich probiere ich alles, denn als Küchenchefin muss ich ja wissen, wie es schmeckt“, sagt sie. Den Geschmack ihres Chefs trifft sie inzwischen übrigens fast immer.

Viel Zeit hat das Team rund um Bourgueil und Ranger in den letzten Monaten in die Entwicklung eines neuen großen Menüs namens „Schlaraffenland“ investiert – es interpretiert die klassische deutsche Küche neu. „Bis ein Menü fertig ist, dauert es oftmals ein halbes Jahr, die Techniken müssen erarbeitet und alles muss probiert werden, schließlich soll jedes Detail perfekt sein“, erläutert die Küchenchefin. Das Wichtigste ist für sie nämlich, dass die Gäste zufrieden sind und ihr Menü genießen. Beate Werthschulte

Mehr von RP ONLINE