Restaurant "Nudelfabrik Zum Nudeln" - Neuanfang in Düsseldorf Flingern

Flingern : Neuanfang in Flingern

Die "Nudelfabrik" hatte ihren Standort an der Ackerstraße 144, wo es lange Ärger wegen einer Dauerbaustelle gab. Die Suche nach einem neuen Lokal war schwierig, doch jetzt ist Karim Chanfouh an der Hoffeldstraße fündig geworden.

Karim und Majda Chanfouh hatten schon fast die Hoffnung aufgegeben. Monatelang waren sie in Flingern auf der Suche nach einem neuen Ladenlokal für ihr Restaurant, nie hat es gepasst, war der Renovierungsbedarf zu groß, die Ecke zu abgelegen oder entsprachen die Räumlichkeiten schlichtweg nicht den Ansprüchen. "Dann hatten wir doch noch Glück und sind an der Hoffeldstraße fündig geworden. Es ist vielleicht etwas zu klein, aber es ist unser Laden, und wir wollten einfach nicht weg aus Flingern", sag Majda Chanfouh.

Das Restaurant mit dem lustigen Namen "Nudelfabrik Zum Nudeln" hatte ihren Standort zuvor an der Ackerstraße 144, und dort herrscht seit zweieinhalb Jahren Ausnahmezustand. Das Vorderhaus und die alten Gewerbehallen im Hof sollen seitdem zu Eigentumswohnungen umgebaut werden, der wohlklingende Name "Ackerloft" lässt aber nicht ansatzweise erahnen, was für ein Chaos mit dem Projekt verbunden ist.

Zunächst gab es Ärger wegen unentwegten Baulärms, Altmieter beklagten, sie sollten rausgeekelt werden. Dann stand die Baustelle plötzlich still, neun lange Monate. Es gab Wechsel bei der Baufirma und in der Geschäftsführung des Bauherrn. Inzwischen werden die Arbeiten fortgeführt, aber das interessiert Karim Chanfouh nun nicht mehr. "Wir wollten da nur noch weg, niemand konnte einem etwas Konkretes sagen, die Umsatzeinbußen waren hoch. Es hat einfach keinen Sinn mehr gemacht", sagt er.

Am alten Standort war er noch der Koch, doch sein Chef, Bülent Topuz, "will sich eine Pause gönnen, ich mache das jetzt erst mal alleine weiter. Aktuell hilft mir meine Frau, später möchte ich aber weiteres Personal einstellen, vor allem bald auch einen Lieferservice einführen", erzählt der Marokkaner, der in seiner Heimat eigentlich Schreiner gelernt hat und über den Umweg Hotelerie 2007 zur Gastronomie fand. Sein Bruder Hassan führt eine weitere Nudelfabrik-Filiale in Unterbilk.

Sieben Tage die Woche steht Karim Chanfouh für den Anfang in seiner kleinen Nudelfabrik an der Hoffeldstraße, fängt früh morgens an, denn egal ob Tagliatelle, Penne oder Spaghetti - der 40-Jährige macht alles selbst, hat dafür hinter dem Verkaufstresen eine professionelle Nudelmaschine. Der Gast kann dann schon mal dabei zusehen, wie Nudeln überhaupt entstehen.

Dass es bei ihm schon mal etwas länger dauern kann, hat seinen Grund: "Alles wird frisch zubereitet, das wissen unsere Gäste aber auch zu schätzen", betont Majda Chanfouh, die ihren Mann im Urlaub kennengelernt hat, "2005 haben wir dann geheiratet".

Freizeit kennt das Paar momentan so gut wie gar nicht, "aber das ist nun mal so, wenn man sich selbstständig macht, das eigene Restaurant eröffnet. Sollte sich herausstellen, dass ein bestimmter Tag mal nicht so gut läuft, kann ich immer noch reagieren", sagt Chanfouh. Aktuell verschwendet er daran aber keinen Gedanken, will sich ganz auf das Geschäft konzentrieren, Flingern mit seiner Kochkunst begeistern an dieser Ecke zur Flurstraße, wo auch viel Laufkundschaft vorbeikommt und das Paar ein paar Tische rausstellen möchte, wenn es denn bald wärmer wird.

Nur Alkohol dürfen sie nicht verkaufen, "dafür bräuchten wir eine zweite Toilette, das gibt der Platz aber nicht her", erklärt der Marokkaner, der sich ohnehin ganz auf seine hausgemachten italienischen Gerichte konzentrieren will.

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(arc)
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