Gastronomie in Düsseldorf: Karl's in Pempelfort hat neuen Besitzer

Gastronomie in Düsseldorf : Das Karl’s hat einen neuen Besitzer

Das Restaurant in Pempelfort hat seinen Namen behalten, aber einen neuen Chef bekommen. Die Küchencrew kocht weiter Altbewährtes und Internationales.

Es ist in letzter Zeit immer wieder spekuliert worden, dass das Karl’s an der Schloßstraße in Pempelfort schließt, dass es nur noch kurze Zeit geöffnet habe. Anlass dazu gab Namensgeber Karl Romboy, der die Lokalität verlassen hat. Doch die Crew macht weiter.

Mehr noch. Inzwischen hat Christian Schulte das Restaurant als Geschäftsführer übernommen, während der ehemalige Souschef Sebastian Schinköthe zum Küchenchef avancierte. Schulte, ursprünglich aus Mönchengladbach kommend, ist bekannt in der Düsseldorfer Gastroszene und leitete zuletzt das Tafelsilber. Jetzt hat der junge Unternehmer frischen Schwung ins Karl’s gebracht. Das Restaurant behält seinen Namen, auch der Stil soll bleiben. Denn aus der ehemaligen Eckkneipe „Piefedeckel“ ist längst ein schickes Restaurant geworden – und soll noch besser werden. Schulte möchte viele Ideen verwirklichen. Aber eins nach dem anderen, wie er betont.

Der moderne Bistrostil mit Holzboden, dunklen Tischen und Stühlen so wie ein fast wandfüllendes Weinregal sollen bleiben. Doch die Theke, die – wenn auch modern, aber noch an die Piefedeckel-Zeiten erinnert – soll zur Bar umgebaut werden. Neben der offenen Küche möchte Schulze eine Kühltheke mit frischem Fisch und Steaks aufstellen. Ob Fisch oder Fleisch, beides kann der Gast sich dann nach Gusto aussuchen.

Was auf den Teller kommt, ist vielfältig, auch wenn die Speisekarte auf den ersten Blick recht klein erscheint. Das Team um Küchenchef Sebastian Schinköthe präsentiert eine moderne internationale Küche, deren Gerichte zum Teil auf außergewöhnlichen Tellern serviert werden. Da steht das Salz im Töpfchen auf dem Tisch und das frische Brot kommt in einer Holzbox daher. Der erste Überraschungsclou ist schon gelungen.

Auch beim gegrillten Oktopus-Arm mit Remoulade (12,90 Euro) muss man zweimal hinschauen. Der Fisch liegt auf einem länglichen türkisfarbenen Teller und ist umringt mit allerlei Beiwerk – von der Tomate bis zum Pfirsich. Das sieht gut aus und ist eine perfekte Kombination für zahlreiche Geschmacksnerven. Klassisch angerichtet ist das Tatar (13,90 Euro) vom Jungbullen mit Eigelb, dazu aber dann auch viele kleine Spielereien wie Mix Pickles, Remouladensoße und Boqueronos (Sardellen). Da passt alles zusammen.

Der Klassiker aus Romboys Zeiten ist geblieben: die Dosen-Ravioli (19,90 Euro). Statt weich gekochte Nudeln in Tomatensoße ist das eine wundervoll gefüllte Pasta mit einer ebensolchen Soße mit Pilzen und Trüffel. Serviert werden die Nudeln in einer klassischen Blechdose, die erst vor den Augen des Gastes umgekippt auf den Teller kommt. Wieder so ein Aha-Effekt.

Begeistert waren wir bei unserem Testbesuch auch von Chili con Carne vom Jungbullen. Die üppige Portion hätte auch für Zwei gereicht. Vielleicht hätte das Chili ein wenig schärfer gewürzt sein können – Geschmackssache. Aber ob Rotes Thai-Curry oder geräucherter Lammrücken, die Auswahl ist groß, zumal es immer noch den Fang des Tages gibt, ob Stein- oder Heilbutt oder eine Seezunge (Tagespreis). Und wer Lust auf Experimente hat, kann eine „Reise durch die Speisekarte bestellen“ – ausgesucht vom Chef persönlich (vier Gänge 49 Euro, sechs Gänge 69 Euro). Da ist auch das Dessert dabei, das köstlich-erfrischende Tagessorbet (3,70 Euro) etwa oder Toast Hawaii mit Brioche, Ananas und Melone.

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