Gastro-Tipp Düsseldorf: Dong Wu in Pempelfort - Authentisches aus der Region Sichuan

Gastro-Tipp Düsseldorf : Dong Wu in Pempelfort - Authentisches aus der Region Sichuan

An der Kaiserstraße bietet das Restaurant Dong Wu traditionelle Küche aus dem Südwesten Chinas. Das schmeckt exotisch und authentisch.

Die Nr. 23, gebratene Nudeln mit knusprigem Huhn in süßsaurer Soße, sucht man im Dong Wu vergeblich. Es gibt keine Glückskekse und auch weiße Papp-Behälter zum Mitnehmen mit einem Bild des chinesischen Palastes sind nicht zu sehen. „Wir wollen hier authentisch chinesisch kochen“, sagt Geschäftsführer Liao Yun. Und weil China riesengroß ist und die Küche sich in den einzelnen Landesteilen deutlich unterscheidet, bekommt man im Dong Wu traditionelles Essen aus der Stadt Chongqing in der Provinz Sichuan im Südwesten des Landes. Chongqing ist die Stadt mit den wohl meisten Einwohnern der Welt.

Traditionelle Küche aus Chongqing bedeutet vor allem Nudeln, viele Gewürze, Gemüse und mageres Fleisch. Bei unserem Testbesuch hatten wir als Vorspeise Bon Bon Hühnchen, kalt und in Streifen geschnitten mit Soja, Sesam, Chilli, Pfeffer, Ingwer und Knoblauch. Als Hauptgericht gab es Hong Shao Niu Nan, geschmortes Rindfleisch mit Rettich und Soja, sowie Gong Bao Ji Ding, Hähnchenbrust mit scharfer Soße, Nüssen und verschiedenem Gemüse.

Scharf ist generell so manches, was der Gast im Dong Wu vorgesetzt bekommt. Gut für den, der es mag – und wer nicht, kann auf Wunsch den Schärfegrad anpassen lassen. „Ein kleines Zugeständnis an den westlichen Gaumen“, sagt Liao lachend. Doch selbst, wer mittlere Schärfe bestellt, bekommt noch ein sehr würziges Essen. „Die Gewürze müssen den Geschmack von Fleisch und Gemüse bestimmen“, sagt der Geschäftsführer, während sein Koch Han Pong kleine Chillischoten in einen Wok schneidet. Die Schauküche ist durch eine Acrylglaswand vom Speiseraum getrennt: Es zischt und brodelt, riecht allerdings nicht zu intensiv.

Alle Zutaten im Dong Wu wirken frisch, das Fleisch ist mager und sehr lecker. Als Beilage gibt es Reis oder Nudeln, auf dem Tisch stehen sowohl Stäbchen als auch Messer, Gabel und Löffel zur Verfügung. Ein Schnellimbiss ist der Laden nicht: Gegessen wird vom Porzellanteller, Vorspeisen kommen im Glasschälchen. Die Portionen sind großzügig, für den kleinen Hunger reichte eine Vorspeise allemal, und was man nicht schafft, kann man in einem Plastikschälchen mit Deckel nach Hause nehmen. Ein Hauptgericht kostet zwischen neun und zwölf Euro. „Nudeln und Gewürze beziehen wir direkt aus Chongqing“, sagt Lioa. Gemeinsam mit Teilinhaberin Wu Shangshang und Koch Han betreibt der das Restaurant unter der Woche, an den Wochenenden beschäftigen sie manchmal Aushilfen.

„Was wir hier servieren ist eigentlich traditionelles Street-Food aus Sichuan“, erklärt Liang. Für den deutschen Gaumen sei es jedoch außergewöhnlich. Ist es auch, und sehr lecker obendrein, wie wir nach unserem Mahl sagen können.

Der Speiseraum des Dong Wu ist schlicht und modern eingerichtet, mit roten Hockern und großen Fotografien aus Chongqing an der Wand. Hingucker ist die offene Küche, in der Koch Han Pong brät, schneidet und schält.

Unser Fazit nach dem Besuch bei Dong Wu: Wer in Deutschland zum Chinesen geht, denkt meist an ein großes Buffet mit Selbstbedienung oder an einen Imbiss, in dem es die Gerichte in Pappe zum Mitnehmen gibt. Das Dong Wu hat sich zum Ziel gesetzt, traditionelle chinesische Küche, leicht an den Geschmack des Westens angepasst, zu servieren. Das gelingt richtig gut – auch weil der Koch auf zu „ausgefallene“ Zutaten verzichtet, wie es sie in China zu probieren gibt.