Düsseldorf-Pempelfort: Sternerestaurant "Le Flair" feiert Fünfjähriges

Gastronomie Essen in Düsseldorf : Als das „Le Flair“ mitten in einer Baustelle eröffnete

Vor fünf Jahren haben sich Dany Cerf und Nicole Bänder selbstständig gemacht. Die Baustelle ist Geschichte, inzwischen hat das Restaurant einen Stern.

Als Dany Cerf und Nicole Bänder vor gut fünf Jahren nach Pempelfort zogen, da ahnten sie nicht, dass sie fußläufig ein Restaurant eröffnen würden: das „Le Flair“. Heute ein kleiner Gourmettempel, der seit drei Jahren mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist. 2014 kochte der Schweizer Dany Cerf noch bei Spitzenkoch Jean-Claude Bourgueil, seine Lebensgefährtin Nicole arbeitete in einem Hotel. Die beiden planten zwar, sich selbstständig zu machen, irgendwann, wie sie sagen. Doch dann spielte der Zufall bei einem Spaziergang mit. Von der Tußmannstraße, gleich hinter dem Parkplatz des Supermarktes, ging ein Schotterweg in das Neubauviertel. Bauschutt fast an jeder Ecke, bis sie auf die Marc-Chagall-Straße trafen. Die endete vor fünf Jahren an der Hausnummer 108, dort wo der schmale Weg hinführte. Heute geht die Straße mit ihren längst bezogenen Neubauten zur Nummer 200 bis zur Jülicher Straße.

Im letzten Haus damals, also der 108, hing ein Schild: Gewerbefläche zu vermieten. „Das Haus war noch im Rohbau, aber wir haben uns beim Bauherrn Interboden beworben“, sagt Nicole Bänder „und den Zuschlag bekommen“, ergänzt Dany Cerf. Dann begann die Baustellenzeit – für das junge Pärchen und die ganze Gegend. Die beiden fingen bei null an. Kein Wasser, kein Strom.

Alles hatte Vor- und Nachteile, der Vorteil: Sie konnten selbst bestimmen, wo die Leitungen hinkommen, wo die Küche, wo die Toiletten. Und sie entschieden sich für die kleine Variante, hätten auch doppelt so viel Raum anmieten können. Cerf und Bänder legten selbst Hand an, strichen Wände, suchten Möbel aus. Dann war es geschafft. Das war am 18. Oktober vor fünf Jahren. Das „Le Flair“, eingerichtet im Bistro-Charakter, feierte mit Freunden und Nachbarn Eröffnung. „Und anfangs war auch ziemlich tote Hose“, erinnert sich Dany Cerf. Aber das sei auch gut gewesen, so konnte er sich einarbeiten.

Zu Beginn war das Restaurant auch mittags geöffnet – es gab drei Vorspeisen, drei Hautspeisen und Desserts am Mittag. Doch viele Gäste, die in der Umgebung arbeiteten, wollten mittags Flammkuchen oder Ähnliches. Das wollte der Küchenchef nicht liefern. Und mit dem Stern, der 2016 kam, schaffte er den Mittagstisch ab – außer sonntags. Vergangenes Jahr entschieden sich Cerf und Bänder, das Konzept zu ändern, renovierten und haben dem Restaurant einen neuen Charakter verliehen. Das fünfjährige Bestehen wollen Bänder und Cerf am Freitag, 18., und Samstag, 19. Oktober, feiern.

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