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Restaurant in Düsseldorf-Volmerswerth: Fährhaus km 734 - Sonntagsessen vor Flusslandschaft

Restaurant in Düsseldorf-Volmerswerth : Fährhaus km 734 - Sonntagsessen vor Flusslandschaft

Wenn zur entspannenden Aussicht auch noch unkomplizierte Gerichte serviert, feine Weine kredenzt und gute Drinks gemixt werden, gelingt das Runterkommen perfekt – egal, ob auf der langen Terrasse oder drinnen im kleinen Salon. Voilà: das Restaurant im Hotel Fährhaus.

Wer auf den Sommertags-Trubel in der Altstadt und im Hafen gut verzichten kann, aber trotzdem laue Abende vor Flusslandschaft genießen möchte, sitzt auf der lang gestreckten Terrasse des Fährhauses genau richtig. Dort empfiehlt sich zur Erfrischung neben einem sanft prickelnden Crémant de Limoux oder einem kühlen Alt auch der wahrlich spritzige „Fährhaus Sprizz“ (Martini Fiero, Tonic Water, 6,50 Euro).

Das Hotel hat sich ordentlich herausgeputzt: Die Zimmer sind komplett neu eingerichtet, auch die Terrasse hat neues Mobiliar bekommen, und aus den Erdgeschoss-Räumen, in denen viele Jahre lang ein chinesisches Restaurant beheimatet war, ist nun ein salonähnlicher Speiseraum mit einem dezent von den 1950er-Jahren inspirierten Interieur geworden.

Dazu passt auch das Speisenangebot, mit dem das km 734 – so heißt das Restaurant des Hauses jetzt – im Sommer 2019 startete: einer frisch gekochten, teils saisonalen, teils verfeinerten, aber chichifreien deutschen Küche. Da gab es schon deutsche Deftigkeiten wie Rindsroulade mit Rotkohl und Kartoffelklößen, Königsberger Klopse, Hühnerfrikassee oder Bratwurst mit Möhren-Kartoffelstampf und zur Vorspeise Himmel und Ähd.

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Bei einem Besuch im Januar saßen wir an einem ganz normalen Wochentagsabend bei scheußlichem Schmuddelwetter zwischen lauter netten Volmerswerthern, die sich an Grünkohl labten, der wahlweise mit Mettwurst, Kassler oder Gänsefleisch serviert wurde (13,17, 21 Euro).

Wir aßen damals eine herrlich mürbe geschmorte Ochsenbrust mit würziger Meerrettichsauce, wirklich rahmigem Rahmwirsing und gut gegarten Salzkartoffeln (18 Euro) sowie eine sehr feine und zarte Fasanenbrust auf „fruchtigem“ Sauerkraut – es war mit Weintrauben bestückt und nicht zu weich – samt leckerem Kartoffelpüree (20 Euro): Winter-Wohlfühl-, zugleich bürgerliche Sonntagsküche vom Feinsten.

Selbst im heißen August lässt sich diese hier genießen: Das trocken gereifte Stielkotelett vom Bunten Bentheimer Landschwein kommt mitsamt seiner saftigen Schwarte, rahmigen Dicken Bohnen und außergewöhnlich aromatisierten Salzkartoffeln – vielleicht mit BBQ-Gewürz? – auf den Terrassentisch (27 Euro).

Carnivore werden im Fährhaus zu jeder Jahreszeit glücklich: Roastbeef-Aufschnitt mit Bratkartoffeln (15 Euro), Wiener Schnitzel (24 Euro) sowie argentinisches Rumpsteak und Rinderfilet (19-33, Beilagen nach Wahl drei Euro) standen bislang immer auf der Karte. Natürlich gibt es im Sommer aber auch Leichtes, teils Vegetarisches: Eine Gemüsesuppe „mit Einlage“ zum Beispiel und Salate wie der mit gratiniertem Ziegenkäse und Granatapfelkernen oder eine Caesar-Salat-Variante mit Halloumi.

Und wenn die Spezialität der Saison der Pfifferling ist, haben fleischlos Lebende noch einige Optionen mehr. Unsere mit vielen (Frühlings-)Zwiebeln und Kräutern gebratenen Pfifferlinge „natur“ – es gäbe sie auch à la Crème – verpassen wir am Tisch noch ein bisschen Salz, dann sind sie perfekt. Und der begleitende Semmelknödel ist ein fluffiges Gedicht. Wir gönnen uns vorm leckeren Landschwein tatsächlich auch noch den hausgebeizten Lachs: Der ist von sehr guter Qualität und angenehm mild, das Honig-Dill-Dressing vielleicht eine Spur zu süß, der begleitende Wildkräutersalat eine bunte Blattsalatmischung (13,50 Euro).

Natürlich mussten wir auch die handgemachten Nudeln probieren: Die täglich wechselnde Füllung ist heute aus mediterranem Gemüse, das, vielleicht etwas zu auberginenlastig, fünf Ravioli aus hauchdünnem Teig zusätzlich begleitete (12,50 Euro). Zum krönenden Abschluss gab’s in beiden Fällen Affogato mit viiiiel sahnigem Vanilleeis.

Entsprechend überwiegen auch bei der Weinauswahl deutsche Tropfen, darunter einige, die nicht schon allüberall in der Stadt ausgeschenkt werden. Viele sind Demeter-zertifiziert, viele offen zu haben (Glas 0,15l 5-7, Flaschen 28-59 Euro), unter anderem ein sehr guter Blanc de noir von Siener oder auch ein Gris de Gris aus dem Languedoc. Michael Schäfer, der das kleine Hotel samt Restaurant gemeinsam mit seiner Frau Andrea auf Vordermann brachte, kennt sich bestens mit Wein aus. Schließlich war er 25 Jahre in der Hotellerie tätig, darunter in mehreren Fünf-Sterne-Häusern in London.

www.km734.de

Volmerswerth, Volmerswerther Deich 151-155, Fon 9753 0200

di-fr 14-22, Küche ab 17, sa & so 12-22 Uhr, mo geschlossen

(mv)