Restaurant in Düsseldorf-Pempelfort : Roku - Japanese Dining

Yoshizumi Nagayas dritter Streich in Düsseldorf: Gemeinsam mit dem einzigen japanischen Winzer, der in Deutschland Weine macht, zeigt er in schickem Ambiente einmal mehr, wie Fine Dining auf Japanisch geht. Was es mit Kimchi-Bällen und Sashimi New Style auf sich hat.

Nachdem die Ära der Trattoria d’Alfredo hier vor ein paar Jahren zu Ende ging, hielt sich keiner der Nachfolger in dem einst so beliebten Ecklokal sonderlich lange. Es dürfte nun wieder zu einer gefragten Adresse werden. Mastermind des im Sommer 2020 neu eröffneten Roku ist schließlich Yoshizumi Nagaya, in dessen sterngekrönten Restaurants Nagaya und Yoshi die Küche Nippons auf unvergleichliche Weise zu genießen ist.

Für seinen neuesten Streich hat er sich mit zwei langjährigen Freunden zusammengetan. Neben Kojun Shuhama, der sich um den Service kümmert, fand er in Landsmann Hedike Asano einen weiteren kongenialen Kompagnon. Letzterer hat sich hier in Deutschland dem Weinbau verschrieben und macht seit bereits 15 Jahren auf dem familiengeführten Traditionsweingut Strub in Rheinhessen seine eigenen Rieslinge mit dem erklärten Ziel, besonders gute Begleiter zu Sushi und Co. zu keltern.

Was für eine Kombi: ein exzellenter Vertreter der japanischen Küche und ein Winzer, der eigens für selbige Weine austüftelt. Da darf man vom „Japanese Dining“ im Roku doch einiges erwarten. Das Ambiente ist schon mal gelungen: Bequeme sandfarbene Sitzgelegenheiten, Palisanderholz und die indirekt beleuchtete schicke Bar sorgen für einen Hauch 60ies- Style. Ganz up to date und blickfangend spenden außerdem zahlreiche große Lampen in mattem Kupfer sanftes Licht.

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In dieser entspannten Atmosphäre ist der Umeshu Soda, mit Sekt und Soda aufgegossener und mit viel Eis servierter japanischer Pflaumenwein, doch genau der richtige Aperitif. Die Karte bietet etliche geschätzte Nippon-Klassiker: Miso-Suppe, Edamame, Wakame-Salat, Gyoza, Hühnchen-Karaage, Tempura und natürlich Sushi. Eine Handvoll Nigiri (unter anderem mit Schneekrabbe und gegrilltem Aal) sind da zu haben, gut ein halbes Dutzend verschiedener Maki und eine ziemlich satte Auswahl an Rolls.

Ungewöhnliche Varianten wie die mit Foie gras, Gurkensalat, rotem Pfeffer und Mango sind unverkennbar Nagaya-Style, der Sternekoch ist bekannt für die raffinierte Verschmelzung fernöstlicher und europäischer Kulinarik. Im Roku gibt allerdings die japanische Küche den Ton an, wobei neben deren beliebten Klassikern noch die eine oder andere nicht so typische Offerte neugierig macht: Was bitte ist „New Style Sashimi“?

Der aufmerksame höfliche Service klärt auf: Der Rohfisch ist speziell mariniert, zum Schluss gibt man etwas warmes Öl darüber. O.k., müssen wir probieren, ebenso den Kimchi-Ball. Los geht es aber ganz klassisch mit den Ebi Gyoza, die wir gedämpft, nicht frittiert wählen. Fein sind die: Herrlich dünner Teig umhüllt locker eine delikate Füllung aus Garnele (12 Euro). Umschmeichelt werden sie und zwei knackig grüne Pak-Choi- Blätter von einer delikaten Sauce. Wir tippen auf eine Ponzu mit dem Saft der Yuzu. Das spezielle Aroma der asiatischen Zitrusfrucht ist viel feiner und weit weniger sauer als Zitrone oder Limette.

Unser zweiter Starter, der Kimchi-Ball, ist eine echte Geschmacksbombe (18 Euro). Wir lieben Kimchi und sind angenehm überrascht, die Leibspeise der Koreaner auf einer japanischen Speisekarte zu finden. Der leicht säuerlich und vor allem schön scharf eingelegte Chinakohl ummantelt köstliches Sashimi. Erstaunlich, wie gut sich Lachs, Thunfisch und Gelbschwanzmakrele mit dem pikanten Kohl vertragen.

Die drei sind auch Hauptakteure unseres Sushi Roku (18 Euro). Acht Nigiri sowie sechs Rolls umfasst das für eine Person annoncierte Set mit perfekt gesäuertem Reis und Rohfisch in top Qualität, sie schmelzen geradezu an unseren Gaumen. Das New Style Sashimi mit Lachs – es gibt es auch mit dünn aufgeschnittenem Rindfleisch – wird leicht lauwarm und ebenfalls mit der appetitlichen Ponzu serviert (22 Euro).

Maki müssen wir natürlich noch haben, wo es die schon mal mit Kimchi gibt (8 Euro). Lecker, sie machen gleich mal Appetit auf mehr. Das langsam gegarte Lachsfilet mit Kombu und würziger Zitronensauce muss ebenfalls noch sein (22 Euro). Wow, der Fisch ist innen noch glasig, somit schön saftig und so ziemlich der beste Lachs, den wir je hatten.

Der trockene 2018er Niersteiner Riesling von Hide’s Wine 639 ist mit seiner frischen, nicht zu dominanten Säure ganz wunderbar zu Sushi & Co. Ein halbes Dutzend trockene wie feinherbe Rieslinge inklusive Spätlese und einen Sekt brut listet die Karte vom einzigen japanischen Winzer hierzulande, dazu Tropfen der Familie Strub, auf deren Gut er seine Weine anbaut, sowie Erzeugnisse von Markus Molitor, Holger Koch und den einen oder anderen Import unter anderem aus Frankreich.

www.restaurant-roku.de

Pempelfort, Schwerinstr. 34, Fon 15 81 24 44

di-do 18-23, fr 18-24, sa 12-15 & 18-24 Uhr, so geschlossen

Dieser Inhalt stammt aus dem Magazin “Düsseldorf geht aus 2021”, das bereits 2020 erschienen ist. Das ganze Magazin können Sie im RP Shop bestellen.

(kr)