1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Restaurants und Cafés
  5. Düsseldorf geht aus

Restaurant in Düsseldorf: Kö 59 - Kikok und Kö(nigsberger)-Klopse

Restaurant in Düsseldorf-Stadtmitte : Kö 59 - Kikok und Kö(nigsberger)-Klopse

Mit Mastermind Björn Freitag hält eine moderne deutsche regionale Küche Einzug im Interconti an der Kö: Aus dessen einst hochpreisigem Gourmet-Restaurant Péga ist ein schickes Bistro geworden. Aus den Königsbergern lassen sich ganz schnell wieder Kö-Klopse zaubern.

Keine Frage: Björn Freitag, der für eine feine, auf regionalen Produkten basierende bürgerliche Küche steht, als Mastermind zu gewinnen, ist im Zusammenhang mit einem Fünf-Sterne-Hotel an der Kö ein kluger trendgerechter Schritt. Dass mit einem solchen Quantensprung ein entsprechender Umbau einhergehen muss, liegt auf der Hand.

In gewisser Weise distanziert sich das neue Restaurant Kö 59 vom Hotel, das es beherbergt: Es gibt einen separaten Eingang, die zu Zeiten des Kö-59-Vorgängers Péga offenen Fronten zur Lobby wurden geschlossen – zum Glück nur mit Glas, der oft unterhaltsame Blick auf das dortige internationale Treiben bleibt gewahrt. Im Zentrum des nach dem Umbau sehr luftig wirkenden Speiseraumes: eine Bar aus grünem Granit, drum herum Sitznischen mit bequem gepolsterten Bänken und frei stehenden Tischen mit kleinen, aber komfortablen Sesselchen.

Das einstige hochpreisige Gourmet-Restaurant Péga wirkt nun wie eine klassische Brasserie - mit der kleinen Karte eines Bistros. Da schaut man doch gerne mal auf ein Tellergericht vorbei! Die Speise- und Getränkekarten überraschen zunächst mit ihrem Gewicht: Erstere umhüllen als Umschläge Koch- und lokale Reisebücher, Letztere Lifestyle- und Fachmagazine zum Thema Wein. Für Lesefutter ist also gesorgt, auch, wenn es hier nicht in erster Linie um geistige Nahrung geht.

  • Janine van den Toren und Stefan
    Gastronomisches Angebot in Wegberg erweitert : Erlesene Crossover-Küche im „SechsEichen“
  • Erzieher-Studierenden des Berufskollegs, die Kinder der
    Naturprojekte in Düsseldorf : Kinder bringen Äpfel vom Baum ins Glas
  • Das The Dutchy im Breidenbacher Hof.
    Restaurant in Düsseldorf-Stadtmitte : The Duchy - königlich speisen im Herzogtum
  • Die beiden Architekten Peter (rechts) und
    Neues Restaurant in Hiesfeld : Im Didi gibt es asiatische Fusionsküche
  • Die ersten Bänke in städtischen Grünanlagen
    Stadtmöbel in Düsseldorf : Düsseldorf bekommt mehr Bänke mit Armlehnen
  • In der Kaufland-Filiale war im Kassenbereich
    Altbatterie-Behälter brennt : Feuer in Kaufland-Filiale in Düsseldorf-Derendorf

Auf der Karte zählen wir kurz nach der Eröffnung fünf Vorspeisen (13-14 Euro), zwei Suppen (10/12 Euro), sieben Haupt- (22-32 Euro) und zwei vegetarische Gerichte (jeweils 17 Euro), drei süße Desserts (10-12 Euro), Käse aus Deutschland (18 Euro), und – festhalten, das steht da wirklich – „Sättigungsbeilagen“, die man sich zu den Hauptgängen aussuchen darf. Von letzteren probieren wir zwei: Kartoffelstampf – eher ein Püree – und ein buttriges Selleriepüree, beides sehr lecker und tatsächlich äußerst sattmachend portioniert.

Satt werden ist das eine, Genuss das Wichtigere. Der wird noch gesteigert, wenn man weiß, dass sehr viele der Produkte, die hier eingesetzt werden, nicht mehr von weither eingeflogen, sondern aus deutschen Landen, teils regional bezogen werden. Die Gerichte, für die das zutrifft, sind auf der Karte gekennzeichnet, es sind nicht wenige. Der leckere, leicht säuerliche Ziegenkäse im Krustenbrotsalat, der von Blattsalaten und Tomaten umgarnt wird, kommt ebenso wie der Parmesan in der Blumenkohlcremesuppe und Teile der Käseplatte aus Grefrath.

Die bayrischen Blaugarnelen in der sämigen und kräftigaromatischen Krustentier-Bouillabaisse sind schön festfleischig und aromatisch (12 Euro). Ostwestfälische Kikok-Hähnchen gibt’s zur Vorspeise mit roter und gelber Bete, Hüttenkäse und gepickelter roter Zwiebel (13 Euro), eine saftige Tranche davon auf „Düsseldorfer Allerlei“, was dem Leipziger allerdings stark ähnelt (26 Euro).

Das Brot backt der Düsseldorfer Bäcker Schüren, bei den Desserts taucht Düsseldorfer Stadthonig auf, und in der Landeshauptstadt anderen Senf als Düsseldorfer anzubieten, wäre sowieso Frevel. Dass es außerdem einen „Senfbraten“ geben muss, ist auch klar (vom Weideochsen, 32 Euro). Kalb und Rind kommt laut Freitag aus der Metzgerei Schlösser, für viele Düsseldorfer Gastronomen der Fleischer ihres Vertrauens.

Wir mögen das Rotwein-Ragout Stroganoff sehr (26 Euro), in dem sich kurz gebratene saftige Rindfleischstücke in ihrem Bratensaft mit Rote Bete und Gewürzgurke vereinen. Es wird, wie auch Kartoffel- und Selleriepüree, in einem kleinen gusseisernen Topf serviert, einen Klecks Crème fraîche gibt’s separat dazu. Die Königsberger Klopse „Björn Freitag Style“, drei golfballgroße Kugeln, sind aus fein gewolftem Kalbshack mit köstlich- kapernsalziger Sauce (22 Euro). Sie können auf Wunsch mit Kaviar aufgepimpt werden – und werden so zu veritablen Kö-Klopsen. Ebenso wie die Kö-Rolle mit Hummer, für die als Vorspeise 35 Euro aufgerufen werden, wohl eine augenzwinkernde Reminiszenz ans nicht totzukriegende Klischee.

Dass es zudem viele Weißweine von der nahen Nahe (etwa von Dönnhoff und Tesch), der Mosel und der Pfalz gibt, gehört inzwischen auch jenseits aller regionalen Konzepte zum guten Ton. In Sachen Rotwein weicht man hier wie überall größtenteils auf Europa aus. Einen Riesling von Dr. Loosen (2018/19) etwa gibt es schon für 35 Euro (0,2l-Glas 10 Euro). Und neben Champagner und Prosecco wird auch deutscher Sekt von Geldermann (Glas 6,50 Euro) ausgeschenkt.

www.koe59.com

Königsallee 59, Fon 82 85 12 20

täglich 12-15 & 18-23 Uhr

(mv)