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Restaurant in Düsseldorf-Heerdt: Chez Claude - Bilderbuch-Hinterhof

Restaurant in Düsseldorf-Heerdt : Chez Claude - Bilderbuch-Hinterhof

„Das Büdchen für lecker Französisch“ hat Claudia Holtschneider ihr winziges Bistro mit hübsch begrüntem Hinterhofparadies benannt. Doch wer ihre frische, schnelle und leckere Küche kennt, weiß, das es sich mit ihren Gerichten nicht nur bis nach Frankreich reisen lässt.

Ein Testertraum wird wahr: Man darf, nein, man muss sogar die handgeschriebene Speisekarte fotografieren, bevor man eingelassen wird in dieses kleine Paradies. Gleiches gilt für die Weinkarte, die man uns am Tisch vor die Nase hält. Eine Corona- Schutzmaßnahme, die uns mal richtig gut zupass kommt. Aber das ist natürlich nicht der Grund, warum wir unseren Abend im Chez Claude als einen der nettesten unserer diesjährigen Testrunde empfunden haben.

Sondern eher, dass dieser Hinterhof stadtweit der derzeit wohl hübscheste unter den von Gastronomie bespielten ist. Er sieht aus wie aus dem Bilderbuch, mit zig riesigen üppig blühenden Hortensien, Bambus, Sommerflieder und allerlei anderem Grün, dazwischen locker verteilt und teils lauschig versteckt kleine Sitznischen mit immer wieder anderem Mobiliar, mal asiatisch inspiriert aus Bambus, mal mit Stühlchen wie im Jardin du Luxembourg.

Mindestens ebenso wichtig ist, dass es hier genau die richtigen Speisen gibt für einen schwülheißen Sommerabend: leicht, erfrischend, super lecker. Als Claudia Holtschneider und Mel Gerz ihr Bistro im alten Waagenhäuschen eröffneten – Motto: „Das Büdchen für lecker Französisch“ – war es aber tiefer Winter, und es gab Boeuf bourguignon. War bestimmt auch gut, haben wir verpasst, holen wir nach.

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Claudia Holtschneider wäre aber nicht Claudia Holtschneider, wenn sie sich auf die französische Küche beschränken würde. Schließlich macht sie schon seit vielen Jahren gemeinsam mit Partnerin Annette Jacobs das „Hin & weg“, inzwischen ein Synonym für frische schnelle Küche aus vieler Herren Länder. So führt auch uns der Reigen der von uns gewählten Speisen nicht nur durchs schöne Frankreich, sondern bis nach Asien. Er hätte uns auch nach Peru bringen können, wäre die scharfe Ceviche vom Kabeljau mit Limette und Koriander nicht schon aus (13,50 Euro).

Wir starten allerdings à la française: Eine Artischocke mit Dips steht ja leider nur noch selten auf Speisekarten, also schlagen wir immer zu, wenn sie angeboten wird. Sieht toll aus und schmeckt grandios: Wir tunken die fleischigen Enden der zarten Blätter in Vinaigrette und in eine zitronige Aioli und sind fürs Erste schon mal seeehr zufrieden (13 Euro).

Mit der Gazpacho (5,50 Euro) reisen wir nach Spanien. Statt Paprika hat die Küche Melone unter Gurken und Tomaten gemischt, was dem eiskalt servierten Süppchen eine ungewohnte Süße verleiht. Interessant! Beim Italo-Klassiker Burratina – sehr gute Qualität übrigens – ersetzen Wasser- und Honigmelone die Tomaten, was auch ihr gemeinsam mit Basilikum und winzigen Oliven einen speziellen Twist gibt (12,50 Euro). Und der Hähnchen-Papaya- Salat mit Koriander und Erdnüssen hat jene frische Schärfe, wie sie sonst fast nur Thais hinkriegen (13,50 Euro). Eine Wucht! So leicht und lecker das alles, dass wir uns sogar noch eine geteilte Tarte au Chocolat mit sattem Aroma von dunkler Schoki gönnen (5,90 Euro).

Typisch-französische Speisen gibt es aber auch über die Artischocke hinaus: Prächtige Crevettes-roses-Exemplare zum Beispiel, die mehrfach an uns vorbeigetragen werden (15,50 Euro), eine Quiche mit Salat (10,50 Euro) und eine Crème brulée. Italienisch, aber nicht typisch etwa das Vitello, das mit Trüffeln und Pfifferlingen verfeinert wird (16,50 Euro).

Auch die Weine machen Spaß: Bei den Weißen mischen sich ein paar Franzosen, beispielsweise ein Sancerre, unter deutsche Tropfen von u.a. Knewitz, Knipser, Laible und van Volxem, von den vier Roten sind drei Franzosen (0,15l 4,50- 9,50 Euro). Et bien sur kommen an einem Abend wie diesem vor allem Rosés in die Gläser. Auch sehr beliebt: Peroni, das direkt aus der Flasche getrunken wird.

Zum guten Schluss meint unsere charmante Kellnerin, dass wir doch Glück gehabt haben. Hätte es ein Gewitter gegeben, wie es lange aussah, hätte Chez Claude schließen müssen: Drinnen ist es in Corona-Zeiten zu eng. Wir hoffen doch sehr, dass das Virus sich im Winter verzieht wie das Gewitter heute und uns nicht unser Boeuf bourguignon verhagelt …

Heerdt, Wiesenstr. 32, Fon 0173. 9 01 52 09

di-so bei schönem Wetter ab 17, Küche ab 18 Uhr, mo geschlossen, am besten vorher anrufen, ob geöffnet ist

(mv)