Düsseldorf: Fischrestaurant El Pescador geschlossen

Fischrestaurant in Flingern : El Pescador in Düsseldorf ist geschlossen

Das wird Fischliebhaber in Düsseldorf und Umgebung hart treffen: Das Restaurant El Pescador an der Grafenberger Allee ist geschlossen. Medien hatten von 500.000 Euro Schulden berichtet. Ein Mitarbeiter des Lokals dementiert das.

Das Restaurant des „El Pescador“ ist tatsächlich seit vergangenen Mittwoch geschlossen. Das bestätigte der Mitarbeiter, der seinen Namen nicht veröffentlicht sehen will, am Telefon. Im Laden des „El Pescador“ werde allerdings weiterhin Fisch verkauft. „Wir haben viele Kunden, die vorbestellt haben und die wir nicht enttäuschen wollen.“

Zunächst hatten Express und WZ berichtet, dass das „El Pescador“ nach Aussagen von Geschäftspartnern rund 500.000 Euro Schulden habe. Mitarbeiter hätten kein Gehalt bekommen. Das bezeichnet der anonyme Mitarbeiter der RP gegenüber als nicht zutreffend. Seiner Darstellung nach hatte das „El Pescador“ Schulden in der Größenordnung von 40.000 bis 50.000 Euro. Diese Verbindlichkeiten hätte man seiner Aussage durchaus bedienen können. „Aber der Chef war unachtsam und hatte gesundheitliche Probleme.“ Daher blieben die Schulden bestehen.

In der Folge verlor das Restaurant seine Konzession und musste dicht gemacht werden. Da der Mietvertrag an der Grafenberger Allee an die Konzession gekoppelt sei, habe das „El Pescador“ nun auch den verloren.

„Die Leitung in Service und Küche will weitermachen“, so der Mitarbeiter. „Wir glauben an das Konzept des ‚El Pescador’ und wollen es weiterführen.“ Der Vermieter jedoch wolle den Vertrag auch dann nicht verlängern, wenn eine neue Konzession vorläge.

Wie aus Immobilienkreisen zu hören ist, trifft das zu. Grund für den Unmut des Vermieters sollen die starken Fischgerüche sein, über die sich bereits Anwohner beschwert haben. Außerdem habe es im Gebäude längere Leerstände deswegen gegeben. Eine weitere gastronomische Nutzung des Erdgeschosses sei sicher wünschenswert, hieß es – aber nicht durch ein Fischrestaurant. Berichte, dass dort ein Steakhaus einzieht, mochte bislang kein Branchenkenner bestätigen.

Auf der Website des Restaurants ist von alledem nichts zu merken. Dort kann man weiterhin Tische reservieren oder Fischgerichte per Lieferservice bestellen. „Wir haben technisch im Moment keine Möglichkeit, die Website zu deaktivieren“, sagt der Mitarbeiter. „Die Bezahlfunktion funktioniert aber nicht, sodass wir niemandem Geld abnehmen, für die es keine Gegenleistung gibt.“

Nach Aussage des Mitarbeiters ist der bisherige Geschäftsführer aus dem Betrieb ausgeschieden. Es handelt sich um Helmut W., der das Lokal vor etwa fünf Jahren übernahm. Zuvor hatte er mit einem Partner ein Restaurant auf Gut Mydlinghofen geführt. Diese Unternehmung führte in die Insolvenz. Mehrere Dutzend Brautpaare, die dort hatten feiern wollen, verloren nach der Schließung ihre Anzahlung. Zudem gab es staatsanwaltliche Ermittlungen gegen die Geschäftsführer.

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