Wenn der Hunger auf Süßes gestillt werden muss Benrather Cafés punkten mit Qualität

Düsseldorf · Der Stadtteil Benrath lohnt immer für einen Besuch: Hauptattraktion ist zwar das barocke Lust- und Jagdschloss von Kurfürst Carl Theodor, wer aber danach seinen süßen Hunger vor Ort stillen will, wird ebenfalls fündig. Die Redaktion hat gleich drei Café-Tipps.

Im Little Benrath, das Alireza (l.) und Nima Naghinasab mit ihrer Familie betreiben, gibt es auch Kuchen vom Café Hüftgold.

Im Little Benrath, das Alireza (l.) und Nima Naghinasab mit ihrer Familie betreiben, gibt es auch Kuchen vom Café Hüftgold.

Foto: Anne Orthen (orth)

Bummeln und Shoppen sind in Benrath vor allem ein gemütliches Vergnügen. Der südliche Düsseldorfer Stadtteil mit dem barocken Flair des Benrather Schlosses und seinem charmant dörflichem Charakter mit urigen Sträßchen rund um den Benrather Markt bietet Anwohnern sowie Touristen ein geradezu „entschleunigendes“ Aufenthaltserlebnis. Zahlreiche Läden – vom Fachgeschäft bis zum Supermarkt – locken mit einer umfassenden Warenpalette. Ein vielseitiges gastronomisches Angebot lädt zum Verweilen ein – nicht zuletzt dank der Cafés, die – neben allerlei Kaffee-Spezialitäten – vor allem mit ihrer Kuchentheke punkten. Drei Tipps geben wir hier beispielhaft.

Fürstliches Ambiente hat das Schlosscafé Benrath zu bieten, welches direkt auf dem Schlossgelände in einem historischen Torgebäude des bekannten Lustschlosses von Kurfürst Karl Theodor untergebracht ist. Einst diente das Gebäude als Wachhaus und dürfte heutige Betrachter mit seiner beeindruckenden Rokoko-Fassade leicht ins 18. Jahrhundert zurückversetzen. Im Innern sorgen Kronleuchter und historische Accessoires dezent-sparsam für barocken Glanz. Ein „fürstliches Frühstück“ gehört samstags bis dienstags zum Speiseangebot, wofür eine telefonische Reservierung empfohlen wird.

Zum Frühstück und einer breiten Kuchenauswahl werden „erstklassiger“ Cappuccino oder Espresso aus einer regionalen Rösterei serviert, wie auf der Webseite des Cafés zu erfahren ist. Betreiber des Schlosscafés ist die Stiftung Schloss und Park Benrath. In der Kuchenvitrine gleich am Eingang sind Käse- und Schokokuchen als traditionelle Sorten ebenso zu finden sowie Marzipantorte und Schwarzwälder Kirsch oder Johannisbeere-Baiser als Spezialität. Heidelbeer- und Maracujakuchen gibt es als vegane Variante. Geliefert werden die Leckereien von der Kölner Patisserie und Confiserie Naschwerk sowie von den Backkünstlern aus der heimischen Werkstatt für angepasste Arbeit. Bei sonnigem Wetter lässt es sich auf der luftigen Außenterrasse unter Lindenbäumen gut aushalten, wo sich ein Blick auf die historische Obstwiese bietet. An den Tischen draußen vor dem Rokoko-Portal finden die Gäste eine weite Aussicht auf das Barockschloss und können dem munteren Entengeschnatter auf dem Schlossteich lauschen.

Mitten im Dorf ist das Hofcafé „La Corte“ gelegen – mit dem Eingang über die Cäcilienstraße und ein wenig versteckt. Der Gastraum entführt die Besuchenden in eine gemütliche Kaffeehaus-Kulisse mit Spiegeln, Stuckdecke und Kronleuchter. Im Hof- und Terrassenbereich sorgen Stauden und Blumen für eine ruhige Gartenatmosphäre. Barista Zeljko Ilic serviert Kaffeegenuss aus hochwertigen Arabica-Bohnen, die in Kroatien geröstet werden. Hausgemachte Waffeln, Tapas sowie Antipasti und ein reichhaltiges Frühstücksangebot stehen auf der Karte. Beim Kuchen setzt Zeljko Ilic auf italienische Rezepte. Ein Düsseldorfer Betrieb liefert verführerische Variationen wie Zitronen Pana Cotta auf Wiener Boden, Tartuffo bianco mit weißer Schokolade und Trüffelcreme oder Champagne Bellini mit Pistazien und Maraschino-Likör. Zudem gibt es typisch deutsche Obstkuchen.

„Im Sommer überwiegen die fruchtigen Varianten“, verrät Ilic. Im Winter werden „wärmende“ Geschmacksrichtungen wie Schokolade, Karamell und Mandel nachgefragt. Mit einer neuen Cocktailkarte hat sich Ilic aktuell auf Hitzetage eingestellt. Aperol Spritz, Wild Berry Lillet oder Limoncello Spritz werden mit Prosecco gemixt.

Ein Café der besonderen Art ist das „Little Benrath“. Das Büdchen an der Sophienstraße (Ecke Schlossallee), das die Familie Naghinasab vor zwei Jahren übernommen hat, ist in der Tat mehr als Kiosk oder Trinkhalle und darf – angesichts seines unerwartet breiten Konditorei-Angebots – sogar als „Kuchen-Hochburg“ bezeichnet werden. Neben Zeitungen, Zeitschriften, Tabakwaren, Spirituosen und Süßigkeiten – nicht zuletzt frischen Eiern vom Schlosshof in Eller – gehören bis zu zwölf hochwertige Produkte aus der Flingeraner Kult-Konditorei Café Hüftgold und einem italienischen Betrieb aus der City zum täglichen Angebot. Der Blick in die Kuchenvitrine lässt wahrlich keine Wünsche offen. Neben einem weiß-cremigen Tiramisu-Traum lassen sich etwa eine kräftige Schoko-Walnuss-Birnen-Komposition entdecken und ein dunkler Pistazienkuchen, Pana Cotta oder eine frisch-fruchtige Erdbeertorte. Für Anwohner des umliegenden Rathausviertels oder vorbei spazierende Schloss-Touristen sind – zusätzlich zum Außer-Haus-Verkauf – im Innenraum und außen auf dem Bürgersteig Sitzgelegenheiten eingerichtet, wo die Gäste in einem charmant-improvisierten Ambiente an kleinen Tischchen Platz auf Klappstühlen und mit Kissen gepolsterten Bänken finden. Beim Kaffee geht es auf südamerikanische Geschmacksreise. Die Benrather Büdchenbesitzer setzen auf kolumbianische Bohnen etwa mit Pfirsich-, Joghurt-, Erdbeer- oder Maracujanote, die vom Düsseldorfer Unternehmen RVTC in fairer Partnerschaft mit den Erzeugern verarbeitet werden.