Düsseldorf: Bei Lions Cuisine gibt es Torte, Frühstück und Mittagstisch

Lions Cuisine : Der mit dem Löwen kocht und backt

Ibrahim Abdul Latif will mit seiner Küche Kindheitserinnerungen wecken – und zwar nicht unbedingt an seine eigene Kindheit als libanesischer Flüchtling. Bei Lions Cuisine in Pempelfort gibt es daher auch mal Matjes Hausfrauenart.

„Die meisten nennen mich Ibo“, sagt Ibrahim Abdul Latif. Auf der Brust seiner royalblauen Kochjacke ist ein goldener Löwe aufgestickt. Das Symbol seines – was eigentlich? Restaurants? Fast. Einfach nur Patisserie wäre zu wenig gesagt. Obwohl das feine Gebäck das Aushängeschild des neuen Ladens an der Kaiserstraße ist. Wer rein kommt, staunt erst mal über die eleganten Törtchen und bunten Macarons. Black Forest Gateau mit Kirschen, Kaffeetarte oder Matcha-Schnitten – hier kann man genüsslich dick werden.

Gegenüber der Kaffeebar steht eine Verkaufsvitrine mit lokal produziertem Honig und libanesischen Kochbüchern. Und hinten öffnet sich ein lichter, länglicher Raum, der mit der Küche endet. Hier haben knapp 40 Gäste Platz, die frühstücken oder Mittag essen möchten. Morgens hat der Gast zum Beispiel die Auswahl zwischen „Der Libanese“ (Hummus, Auberginendip, Eier, Joghurt, Gemüse, Datteln, Rosenblütenmarmelade, Minztee), „Der Deutsche“ (Wurst, Eier, Marmelade, Kaffee), „Der Amerikaner“ (Blaubeerpfannkuchen und Kaffee) oder „Der Franzose“ (Käse, Brioche, Eier, Obst, O-Saft). Es gibt auch Shakshuka (scharfes Tomaten-Ragout mit Eiern) oder Porridge. Sonntags gibt es ein besonderes Angebot: Frühstück inklusive Wasser für 15,90 Euro am „Social Table“, einer langen Tafel, an der man neue Freunde finden kann.

„Das habe ich von meiner Mutter übernommen“, sagt Ibo. „Am Sonntag stellte sie einfach alles vorhandene Essen auf den Tisch. Jeder setzte sich und griff zu.“ 1990 kam die Familie aus dem Libanon nach Deutschland und ließ sich schließlich in Essen-Altenessen nieder. Dort wuchs der heute 28-Jährige auf. 2009 begann er seine Ausbildung zum Koch beim Mintrops-Stadthotel. „Danach habe ich etwas gesucht, was mich herausfordert“, sagt Ibo. Er landete in Düsseldorf im Restaurant Tafelsilber, brachte es dort zum Chef-Patissier. Er kreierte mehrere teils preisgekrönte Desserts wie die „Heptalogie von der Himbeere“, die die Frucht in sieben verschiedenen Varianten auf einem Teller vereint. Nach Stationen als stellvertretender Chef einer Kochschule, als Küchenchef, Caterer und Mietkoch in verschiedenen Ländern beschloss er, selbst einen Laden zu eröffnen. Im Januar war es soweit.

Mittags zwischen 12 und 15 Uhr stehen auf der Karte jeweils zwei Gerichte für zwischen sechs und neun Euro – ständig wechselnd. Die Spannbreite reicht von Cheeseburger über Hummus mit Lamm bis zum Matjes Hausfrauenart. „Ich will bei den Gästen Erinnerungen an ihre Kindheit wecken“, sagt Ibo. „Ich finde es wahnsinnig spannend, wenn jemand bei mir ein Törtchen isst, das schmeckt wie die Rüblitorte früher von Oma.“ Er liebe die deutsche Küche, sagt er. „Ich koche sehr gern Sauerbraten mit Rotkohl und Klößen. Man muss ja nicht deutsch sein, um deutsch zu kochen.“

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Ibo will eine Atmosphäre schaffen, in der sich die Gäste wie zu Hause fühlen. Dabei setzt er auf regionale Produkte. Als er hört, dass die RP-Fotografin gerade von jemandem kommt, der Hühner im Hinterhof hält, wird er sofort hellhörig. Seine Kunst teilt er gerne mit anderen: In Kochkursen kann man bei Lions Cuisine lernen, wie Macarons oder Falafeln gelingen.

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