Rentner verprügelt Frau auf dem Pferd

Prozess vor dem Landgericht Düsseldorf : Rentner schlägt auf Reiterin ein

Ein 82-jähriger Mann muss sich nun vor dem Düsseldorfer Landgericht verantworten. Mit Wanderstöcken schlug er auf eine Frau ein, die mit ihrer Tochter durch den Wald ritt. Die Frau wurde schwer verletzt.

Zwei Reiterinnen von ihren Pferden herunter zu prügeln, hält ein 82-Jähriger offenbar nicht für eine Straftat. An einem Januarvormittag im Jahr 2018 schwang sich der rüstige Rentner nämlich zum Ordnungshüter auf und sorgte durch Schläge mit zwei Wanderstöcken dafür, dass ein Waldweg (parallel zur Vogtstraße in Korschenbroich) von den Reiterinnen nicht genutzt werden konnte.

Weil eine Mutter und deren Tochter hoch zu Ross seiner Ansicht nacht dort „nichts zu suchen“ hätten, schlug der Senior auf die Reiterinnen ein. So hat es das Amtsgericht Düsseldorf festgestellt und eine zunächst mit schriftlichem Strafbefehl verhängte Bewährungsstrafe von sechs Monaten gleich mal verdoppelt auf ein Jahr. Dagegen zog der Rentner nun per Berufung vor das Düsseldorfer Landgericht. Hier ist der Prozess am Freitag aber kurzfristig geplatzt.

  Das Amtsgerichts-Urteil gegen den Senior war wegen gefährlicher Körperverletzung ergangen, weil er seine Wanderstöcke als Waffen eingesetzt und eine der Reiterinnen erheblich verletzt habe. Als nämlich eine Mutter (48) und ihre Tochter (14) auf ihren Pferden damals auf dem Waldweg entlang ritten, versteckte sich der Senior in einem Gebüsch, um Fotos von den Reiterinnen zu machen. Als die Mutter ihn darauf jedoch ansprach, ging er laut Amtsgericht direkt auf sie los, prügelte mit den Wanderstöcken auf sie ein, bis sie vom Pferd stürzte.

Die Frau erlitt durch den Sturz erhebliche Prellungen an Schulter und Becken. Direkt danach holte der 82-Jährige auch noch gegen deren Tochter aus, doch die 14-Jährige konnte rechtzeitig vom Pferd absteigen. Der Schock über die Wut-Attacke des Rentners sitzt bei der Schülerin aber dennoch so tief, dass sie seitdem Angst vor weiteren Ausritten habe.

Gegen seine Bestrafung deswegen legte der Rentner allerdings Protest ein – und zeigte sich vor dem Amtsgericht so uneinsichtig, dass die Strafe für ihn dort sofort verdoppelt wurde. Das brachte den 82-Jährigen aber nicht etwa zur Vernunft, sondern im Gegenteil noch mehr in Harnisch. Jetzt will er beim Landgericht weiter dafür kämpfen, dass er doch eigentlich im Recht gewesen sei. Aus Terminsgründen ist die Verhandlung jetzt allerdings kurzfristig gescheitert. Wann der Prozess gegen den Senior nachgeholt wird, steht noch nicht fest.

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