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35 Grad: Rekord am Wochenende

35 Grad : Rekord am Wochenende

Düsseldorf steht ein sehr heißes Wochenende bevor. Das Gartenamt lässt Bäume und Blumen nicht vertrocknen, doch nicht alle Grünflächen können bewässert werden. Weil die Nachfrage zu gering war, fällt das Public Viewing in der Arena heute aus.

Bei Hitze ist vor allem Trinken wichtig — und zwar reichlich. Das gilt nicht nur für Menschen, sondern auch für Pflanzen. "Wir gießen daher fast jeden Tag die Blumenbeete in den Parks und Grünanlagen", sagte Gartenamtsleiter Manfred Krick. Das seien etwa 10 000 Quadratmeter. Dazu kommen noch Staudenbeete auf einer Fläche von knapp 4000 Quadratmeter. Auch die etwa 400 Blumenkübel und 200 Pflanzringe werden gegossen. Zu den Kübeln fahren die Mitarbeiter mit Wasserfahrzeugen, in einigen Parks gibt es dagegen ein eigenes Wasserleitungsnetz oder Hydranten werden angezapft.

Rasen und Wiesen werden nicht bewässert — mit drei Ausnahmen: Für den frisch ausgelegten Rollrasen am Kö-Graben gibt es eine Bewässerungsanlage, die einen feinen Regen versprüht, ebenso für die Heinrich-Heine-Allee. Und im Schlossspark Benrath wird der Rasen gesprengt, um das historische Gartenbild zu erhalten. Rasenflächen an der Rheinufer-Promenade dagegen sind schon vertrocknet, ebenso die Wiesen im Bürgerpark Bilk. Solche Flächen zu bewässern sei nicht zu leisten. Allerdings würden die Pflanzen bei Regen schnell wieder austreiben, heißt es.

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Hoher Trinkwasserverbrauch

Die Hitze treibt auch den Trinkwasserverbrauch in die Höhe. Beim bisher heißesten Tag am Anfang Juli verzeichneten die Stadtwerke einen Verbrauch von 200 000 Kubikmetern Wasser. Damit wurde der bisherige Rekord von 1997 erreicht, so Stadtwerkesprecher Michael Pützhofen. Die Trinkwasserversorgung erreiche aber trotz dieser Mengen nicht ihre Grenzen. So lange der Rhein fließe, könnten die Pumpen genug von diesem Rheinuferfiltrat ansaugen. Auch die Kapazitäten der Trinkwasser-Aufbereitung in den drei Wasserwerken Am Staad, in Flehe und in Holthausen seien noch nicht ausgereizt, so Pützhofen. Sie sei zurzeit zu 80 Prozent ausgelastet.

Baustellen laufen weiter

Auf den Baustellen der Stadt werden die Arbeiten am Wochenende unvermindert weitergehen. "Das ist keine Schikane, das ist im Baugewerbe voll anerkannt", sagt Roland Hahn (Amts für Verkehrsmanagement). Auf der Völklinger Straße, rund um den Südring, an der Uni und auf dem Jan-Wellem-Platz dürfe es nicht zu Verzögerungen kommen. Für ausreichend Getränke an den Baustellen sei gesorgt.

Zu heiß für Public Viewing

Zu heiß oder einfach nur die Luft raus: Das Public Viewing in der Esprit-Arena ist vorbei. Die Übertragung für das heutige kleine Finale der deutschen Mannschaft gegen Uruguay wurde kurzfristig abgesagt, weil die Nachfrage zu gering war. Fans, die Tickets online gekauft haben, werden durch den jeweiligen Ticketdienstleiter zur Rückabwicklung kontaktiert. Wer sein Ticket in einer Vorverkaufsstelle gekauft hat, kann dies dort gegen die volle Erstattung zurückgeben.

Mehr Notfälle in Kliniken

Das Evangelische Krankenhaus (EVK) verzeichnet wegen der Hitze deutlich mehr Notfälle. "Vor allem Ältere leiden unter der Hitze", sagt EVK-Sprecherin Mareike Ditzfelbinger. Mehr als sonst werden ältere Menschen mit Schwächeanfällen oder einer Ohnmacht eingeliefert. "Viele trinken zu wenig und kollabieren dann", so die Sprecherin. Auch werden im EVK vermehrt Patienten mit akuten Herzbeschwerden registriert.

Hingegen beobachtet Stephan Steiner, Oberarzt der Klinik für Kardiologie an der Uniklinik, trotz der hohen Temperaturen nicht mehr Notfälle kardiologischer Art oder den Kreislauf betreffend. Wichtig sei es, ausreichend zu trinken, in der Regel mindestens 2,5 Liter am Tag. Körperliche Anstrengungen seien unbedingt zu vermeiden. Außerdem rät er dazu, sich an den Südeuropäern ein Beispiel zu nehmen und beispielsweise Einkäufe auf den Morgen oder den späten Nachmittag zu verschieben.

(RP)