Einsatz auch in Wohngebieten: Reiterstaffel gegen Einbrecher

Einsatz auch in Wohngebieten : Reiterstaffel gegen Einbrecher

Die Polizei bereitet sich auf organisierte Täter vor, die mit Beginn der Winterzeit die frühe Dämmerung ausnutzen, um Wertsachen aus Wohnungen zu stehlen. Erstmals sollen auch Pferdestreifen in Wohngebieten eingesetzt werden.

Übernächsten Montag geht es wieder los. Nicht das Dieter Töpfer und sein Team im Einbruchskommissariat 14 bisher nichts zu tun gehabt hätten, aber wenn die Uhren auf Winterzeit gestellt werden, " ist das, als würde ein Schalter auch bei den Tätern umgelegt".

Das belegen die Zahlen aus dem — ohnehin in Sachen Einbruch nicht sehr erfreulichen — vergangenen Jahr. Hundert bis hundertfünzig Taten im Juli und August, 350 im November, mehr als 400 im Dezember. Letzteres liegt auch daran, dass Einbrecher die Gewohnheiten der Deutschen gut kennen: Wenn das Weihnachtsgeld auf dem Konto ist, liegt meist mehr Bares zuhause herum, sind erste wertvolle Geschenke schon gekauft — und die Bürger zu Weihnachtsfeiern und -einkauf öfter mal bis ind en Abend weg.

Kriminalistisches Puzzle

"Das wissen die Täter, auch ohne Opfer auszukundschaften ", sagt Töpfer. Die meisten Einbrecher wählten ihre Tatorte nicht nach den Menschen aus, die darin wohnen, sondern danach, ob jemand zuhause ist, die Türen leicht zu öffnen und die Fluchtwege schwer einzusehen sind. Alles Dinge übrigens, mit denen sich die Täter auch austricken lassen, in dem man etwa das Licht oder auch den Fernseher eingeschaltet lässt, wenn man den Abend außer Haus verbringt, ein paar Euro in mechanische Sicherungen an Türen und Fenstern investiert und die Augen in der Nachbarschaft geöffnet hält.

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"Unsere Arbeit gleicht einem Puzzlespiel", sagt Töpfer und appelliert an alle Düsseldorfer, noch mehr Teilchen beizusteuern. "Notieren Sie sich das Kennzeichen, wenn ihnen ein fremdes Auto im Wohngebiet verdächtig vorkommt. Oder rufen Sie uns über 110 an. Auch, wenn fremde Personen durch die Gärten laufen — wenn das keine Diebe sind, ist's auch nicht schlimm," sagt Töpfer. "Wir gucken lieber nach, als hinterher das Nachsehen zu haben."

Natürlich setzt das KK 14 in der bevorstehenden Hochsaison nicht bloß auf die Bürgerhilfe. Jeder Polizeiinspektion hat ein eigenes Konzept entwickelt, und außerdem ist in den kritischen Zeiten (16.30 bis 21 Uhr) fast alles im Einsatz, was die Polizei so hat: Präsenz-Trupps, Zivilfahnder, Bezirksdienst und Einsatzhundertschaft, erstmals werden sogar die Pferde der Landesreiterstaffel mit für Sicherheit in den Wohngebieten sorgen. Denn auch das können die Experten vorhersagen: Die Dämmerungs-Einbrecher bevorzugen die Wohngebiete in den Stadtrandlagen, Einfamilien- und Reihenhäuser, aber auch weitläufige Wohnanlagen mit viel Grün als Sichtschutz.

Was nicht heißt, dass der Rest der Stadt nun erst mal Ruhe hat. Die Tages-Einbrecher "haben das ganze Jahr Saison".

(RP)
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