Düsseldorf-Süd: Reiseführer der besonderen Art

Düsseldorf-Süd: Reiseführer der besonderen Art

Da kennt man die verstecktesten Orte in seinem Lieblings-Urlaubsland, aber die schönsten Winkel im benachbarten Stadtteil bleiben einem verborgen. Das muss nicht länger so sein, dachten sich die Mitstreiter des Projektes "Kulturmobil". Ein Jahr lang recherchierten rund 40 Aktive der Zentren plus in Benrath, Hassels, Holthausen und Reisholz intensiv nach interessanten Orten im Stadtbezirk 9. Mit Hilfe von Künstlerin Anne Mommertz und der Theaterpädagogin Gila Becker entstand auf diese Weise der "Reiseführer zu besonderen Orten im Düsseldorfer Süden" - handgemacht und mit viel Liebe zum Detail.

Zur Präsentation bot der ehrwürdige Saal des Benrather Rathauses die würdige Kulisse. Das Objekt des Anlasses - ein DIN-A4-Ringbuch mit lindgrünem Titel - stand dekorativ in Front der Gäste. Voll des Lobes schwärmte Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Graf: "Ich finde das fantastisch. Es sind so viele Aspekte, einige davon kenne selbst ich nicht." Die zahlreichen Tipps sieht er als Einladung zum Weiterforschen in den Stadtteilen.

Nils Dolle, Leiter der Bezirksverwaltungsstelle 9, interviewte zwei aktive Mitgestalter. "Es gab spannende Dinge zu beschreiben, nicht die von vor 50 Jahren, sondern die jetzt interessant sind", erklärte Rainer Winkels, der seit seiner Kindheit den Park von Schloss Elbroich liebt. Mitstreiterin Eva Schmitz gestand lachend ihre Sorgen beim Erkunden der Brockenstraße. "Mir hat jemand von Wildschweinen dort erzählt", meinte sie. Unter viel Applaus nahmen die Reiseführer- Experten stolz ein Exemplar ihres Engagements in Empfang, unter ihnen auch Irmgard Kuchta. "Ich gehe mit meinem Enkel am liebsten im Schlosspark Benrath spazieren", verriet die Holthausenerin ihren besonderen Ort.

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Wer die Schönheit der griechisch-orthodoxen Kirche in Reisholz entdecken, eine ausgedehnte Wanderung im Hasseler Forst unternehmen oder sich gar auf Wildschweinspuren-Suche machen möchte, findet Beschreibungen in dem kompakten Reiseführer. Fotos, Geschichten, Bahnverbindungen, und Parkplatztipps runden das Ganze ab, ebenso eine Liste der "Netten Toiletten" (wer kennt die Not beim Ausflug nicht) und eine Karte des Stadtbezirks 9. "Interessierte können sich ein Exemplar in den Zentren plus im Süden ausleihen", erklärte Ute Frank, Mitarbeiterin des Zentrums plus in Holthausen. Auch in den Stadtteil-Bibliotheken werde der Reiseführer ausgelegt. "Ein Verkauf ist leider nicht möglich, weil das Projekt gefördert war", sagte Ute Frank vom Arbeiter-Samariter-Bund. Aber es werde über eine Lösung nachgedacht.

Anne Mommertz, die sich gemeinsam mit Gila Becker der Gestaltung des informativen Guides widmete, sagte begeistert: "Ich hätte nicht gedacht, dass der Führer so toll wird und die Leute so super gut mitmachen." Mancher Ort sei ein zweites Mal besucht worden, weil die Fotos nicht gut genug waren oder eine Information fehlte. "Auch die Texte und Gedicht sind eigene Kreationen von denen, die mitgemacht haben", fügte sie hinzu. Der Reiseführer zeige den Lokalpatriotismus der Stadtteilbewohner.

(RP)