Trinkflaschen nachfüllen: Refill-Projekt ist kaum bekannt

Trinkflaschen nachfüllen : Refill-Projekt ist kaum bekannt

In etwa ein Dutzend Läden können Passanten und Kunden ihre Trinkflaschen füllen.

Auf der Schaufensterscheibe des Blumenladens Flower & More an der Derendorfer Straße hängt ein seltenes blaues Siegel: ein kleiner hellblauer Kreis mit dunkelblauem Wassertropfen darauf. Es steht für das Refill-Projekt. Dabei können Passanten und Kunden Leitungswasser kostenlos in leere Flaschen gefüllt bekommen. Seit einiger Zeit beteiligen sich in Düsseldorf etwa ein Dutzend Geschäfte an dem europaweiten Projekt.

Martina Rössler, Inhaberin des Blumenladens, freut sich über die Nachfrage nach Trinkwasser und nimmt gerne die Flasche entgegen. Sie erzählt aber auch: "Sie sind die erste Person, die dabei mitmacht." Die Händlerin engagiert sich bei Refill, weil sie gerne dazu beiträgt, Müll zu vermeiden. "Zur Verpackung verwenden wir in unserem Laden lieber Papier und verzichten auf Plastik."

Das Refill-Siegel sieht Rössler deshalb als positives Signal für Nachhaltigkeit. Es kommt ursprünglich aus Bristol in Großbritannien. Dort startete das Projekt im Jahr 2015 und hat sich seitdem über ganz Europa verbreitet. Alle Geschäfte, die teilnehmen wollen, benötigen lediglich einen Wasserhahn in ihrem Ladenlokal. Privatpersonen sind von der Teilnahme aber ausgeschlossen.

Geschäftsinhaber, die mitmachen möchten, wenden sich an eine Refill-Station in ihrer Nähe und erhalten dann einen Sticker. Nach dem Besuch im ersten Laden steht schnell fest, dass das Projekt auch bei den meisten anderen Anbietern in Düsseldorf nur mäßig läuft.

Doch es zählt für die Läden nicht nur, Wasser auszuschenken, sondern auch darum, durch ihre Teilnahme ein Zeichen zu setzen. Beispielsweise hält Jörg Mai vom Schuhgeschäft Vivobarefoot an der Kapuzinergasse in der Altstadt es für richtig, auch mal etwas gratis zu vergeben. Stefanie Plathen von null:zwo:elf an der Lorettostraße findet auch gut, dass das Siegel europaweit Menschen als ein Anlaufpunkt dienen kann und seine Mission einfach zu verstehen ist.

Da manche der Läden, wie zum Beispiel das "manko cafe + workspace" an der Hüttenstraße, erst seit ein paar Monaten dabei sind, haben diese Standorte noch keine Erfahrungen mit dem Sommerbetrieb gemacht und erwarten mehr Nachfrage, wenn es draußen wärmer wird.

Dass Refill aber trotz des stockenden Starts tatsächlich auf Anklang stößt, hat der Modeladen null:zwo:elf erlebt. Niederländische Touristen kannten den Aufkleber mit dem Wassertropfen an dem Laden von zu Hause und konnten ihre Wasserflaschen erfolgreich wieder auffüllen, erzählt Stefanie Plathen. Weiter Auskünfte rund um das Projekt und die Standorte in Deutschland erhält man auf der Internetseite refill-deutschland.de.

(RP)
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