Düsseldorf: Rauchverbot: Erster Altstadt-Wirt muss zahlen

Düsseldorf : Rauchverbot: Erster Altstadt-Wirt muss zahlen

Seit dem 1. Mai gilt in NRW eines der bundesweit strengsten Nichtrauchergesetze. Eine Bilanz des ersten Wochenendes in Düsseldorf.

An das vollständige Rauchverbot, das seit 1. Mai gilt, hielten sich in der Altstadt am vergangenen Wochenende nicht alle. Schon zu Beginn ihrer Schicht stießen Matthias Urban und Daniela Oberbeckmann vom Ordnungs- und Servicedienst (OSD) in einer ziemlich vollen Bar an der Hunsrückenstraße nicht nur auf einen Gast mit Zigarette im Mund, sondern auf volle Aschenbecher, verrauchte Luft und jede Menge Glimmstängel. Die wurden dann schnell unter die Tische fallengelassen.

An der Tür prangte auch vier Tage nach Start des Verbots ein großes Raucher-Symbol. "So ein Zeichen an der Tür ist natürlich dreist und leichtsinnig", sagt Urban. "Da wird man ja praktisch mit der Nase drauf gestoßen. Das ist dann wohl auch die erste Bar, die das Bußgeld zahlen muss." Für den Wirt heißt das bei diesem Erstfall ein Strafgeld von 200 Euro, bei Wiederholungen steigert sich der Betrag auf bis zu 1000 Euro. Wer als Gast beim Rauchen erwischt wird, muss 35 Euro zahlen. "Es wird aber definitiv keine Raucher-Razzien geben, bei denen wir gezielt nach Rauchern suchen und diesen ein Strafgeld aufbrummen", sagt Oberbeckmann.

Solche Szenen jedoch waren eher die Ausnahme. Ansonsten konnten sich die beiden Ordnungshüter über eine eher ruhige Schicht freuen: Viele Raucher standen brav an den dafür herausgestellten Tischen vor den Altstadtkneipen. Auf Raucherseite war die Stimmung erstaunlich gut. Die meisten schienen sogar Verständnis für das Gesetz zu haben. "Ich kann das verstehen. Wenn man Nichtraucher ist, ist Rauch unangenehm — ich gehe gerne raus, um zu rauchen", sagt Altstadtbesucherin Katharina Gappa. Zurzeit ist das allerdings aufgrund der milden Temperaturen nur ein kleines Opfer, das erbracht werden muss. Da das schöne Wetter am Samstagabend dazu einlud, draußen zu sitzen oder zu stehen, fiel es den meisten Rauchern gar nicht so sehr auf, dass man in keiner Lokalität mehr rauchen darf. "Im Winter wird das natürlich schwieriger — aber da muss man dann durch", sagt Alex Bendel, Kellner im Schlüssel. "Bei uns darf man seit zwei Jahren nicht mehr drinnen rauchen, die Gäste sind daran längst gewöhnt."

Bisher gab es kaum Verstöße gegen die neuen Regeln, zu denen auch das Rauchverbot auf Spielplätzen gehört. "Ich denke, das Gesetz wird sich durchsetzen, es ist einfach eine Gewöhnungssache", sagt Urban. "In Ländern wie Spanien oder England funktioniert es ja auch ohne Probleme." Bedenken, dass es Kneipen geben wird, die sich nicht daran halten, haben die beiden Ordnungshüter kaum. "Wir kennen das ja. Man kriegt ganz schnell Hinweise von Bürgern, wo noch geraucht oder anderweitig gegen das Gesetz verstoßen wird", sagt Oberbeckmann. "Das dauert ein paar Wochen, dann gehen die ersten Beschwerden ein."

Nach und nach sollten dann also auch die letzten Kneipen das Rauchen endgültig verbieten. "Als Raucher trägt man ja irgendwie auch Verantwortung für seine Mitmenschen und will ihnen dieses Passiv-Rauchen nicht immer zumuten", sagt Pascal Klein aus Hessen. "Bei uns gibt es nicht so strenge Gesetze und trotzdem versuche ich, draußen zu rauchen."

(anch/ila/top)
Mehr von RP ONLINE