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Düsseldorf: Rather Politiker wehren sich gegen Bordell-Neubau

Düsseldorf : Rather Politiker wehren sich gegen Bordell-Neubau

Die Lokalpolitiker in Rath fühlen sich bei der Genehmigung eines Luxus-Bordells an der Oberhausener Straße übergangen und fordern Aufklärung über die Hintergründe.

"Wir stellen jetzt eine Anfrage, um zu erfahren, warum das Bordell in dieser Größe genehmigt wurde und warum die Bauanfragen und deren Genehmigungen nicht zuerst der Bezirksvertretung vorgelegt wurden", sagt Bundestagsabgeordnete Sylvia Pantel, die auch Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Rath ist.

Die Bezirksvertretung 6 hatte von den Bordellplänen erst erfahren, als bereits der Innenausbau der ehemaligen Gewerbehalle im vollen Gang war. Hier will Düsseldorfs einstige Rotlichtgröße Bert Wollersheim einen Erotik-Betrieb der Luxus-Kategorie auf 4000 Quadratmetern einrichten. Aus seinem früheren Betrieb an der Rethelstraße hatte sich Wollersheim zurückgezogen, nachdem er im Zusammenhang mit Betrugsvorwürfen verhaftet worden war. Seine früheren Geschäftspartner stehen derzeit vor Gericht, er selbst wurde nicht angeklagt.

Unterdessen ist in Rath festgelegt worden, dass in dem Gebiet keine weiteren Vergnügungsstätten, Bordelle und bordellartige Betriebe entstehen dürfen. Die Lokalpolitiker hatten die entsprechende Aufstellung eines Bebauungsplans gefordert. "Damit wird eine Rotlichtmeile an dieser Stelle unterbunden", sagt Pantel.

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Auch die Erweiterung bestehender Bordelle ist demnach nicht zulässig. Deshalb wurde auch ein Baustopp für die Arbeiten im Außenbereich des geplanten Luxus-Bordells durch das Bauaufsichtsamt verhängt. Die begonnenen Arbeiten waren nicht genehmigt. Dort sind laut Medienberichten unter anderem ein beheiztes Schwimmbecken und eine Wasserlandschaft mit Jacht und Helikopter geplant. "Wir wissen, dass der Investor nun einen Antrag für den Außenbereich gestellt hat, um im Nachhinein die bereits durchgeführten Arbeiten zu legalisieren. Dagegen werden wir uns wehren", sagt Pantel.

Voraussichtlich schon im Herbst will Wollersheim den Betrieb mit 300 Mitarbeitern eröffnen. Bürger befürchten, dass darunter das Image des Stadtteils weiter leiden wird. Kritisch ist der Standort zudem, da sich mit dem alten Teil der Theodorstraße in unmittelbarer Nähe schon ein sozialer Brennpunkt befindet.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Bert Wollersheim

(RP)