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Düsseldorf: Rathaus will noch mehr Bänke bestellen

Düsseldorf : Rathaus will noch mehr Bänke bestellen

Die "Enzis" kommen gut an: Im Ehrenhof sind sie zur Quadriennale lila, auf dem Schadowplatz grün. Wegen des Erfolgs will OB Dirk Elbers aktuell weitere bestellen. In den nächsten Jahren sollen Bürger bei der Farbe mitbestimmen.

Die Stadt wird in diesen Tagen lila. Es ist die Erkennungsfarbe des Kunstfestivals Quadriennale, das am Samstag beginnt. Passend dazu sind nach dem Schadowplatz auch im Ehrenhof die schrägen Sitzelemente des Modells "Enzi" aufgebaut worden. Selbstverständlich in Lila. Wie auf dem Schadowplatz galt auch dort: Kaum waren die geometrisch geformten "Enzis" aufgestellt, waren sie auch schon belegt. Und das im wörtlichen Sinne: Denn zum Liegen sind sie ausdrücklich da.

Noch begehrter sind die extravaganten Stadtmöbel aus Hartplastik auf dem Schadowplatz, der seine Strenge verloren hat, seit sie am Montag aufgestellt wurden. Nur mit der Farbe hadern manche: Was der Hersteller als "maiwiesengrün" bezeichnet, ist für Kritiker schrill und giftgrün. All das wird bei Facebook intensiv diskutiert.

Das verfolgt auch OB Dirk Elbers (CDU), zweimal hat er sich in den vergangenen Tagen auf dem Schadowplatz ein Bild davon gemacht. "Bei diesem schönen Wetter waren alle belegt, von Jung und Alt", freut er sich. Er habe jedoch auch den Eindruck mitgenommen, dass ein paar mehr dieser ungewöhnlichen Bänke besser wären. Zum einen, weil sie so begehrt seien. Zum anderen, "weil sie den Schadowplatz auch optisch besser erfassen würden". Deshalb soll nun nachgeordert werden. Drei bis vier zusätzliche Elemente sollen es sein, wahrscheinlich in einem anderen Farbton, zum Beispiel Gelb, um für Abwechslung zu sorgen.

"Die Farbe ist natürlich eine Geschmacksache", sagt Elbers. In Wien, wo die "Enzis" ursprünglich herkommen und der Rathaus-Chef bei einer Dienstreise kürzlich selbst probegesessen hatte, lässt man die Besucher der Museumsinsel bei jeder neuen Bestellung über die Farbe abstimmen. Derzeit sind die "Enzis" in der österreichischen Hauptstadt blau. Zu kühl, fand Elbers. Weil aber auch das Geschmackssache ist, hält er es für eine gute Idee, auch in Düsseldorf die Bürger bei der Auswahl zu beteiligen. Die Stimmabgabe könne er sich zum Beispiel im Kö-Bogen-Pavillon vorstellen.

Bei den Politikern, auch von der Opposition, kommt das gut an: "Das ist zwar nur eine kleine Form der Bürgerbeteiligung, aber immerhin", sagt Grünen-Fraktionschefin Iris Bellstedt. Passend zur Farbe ihrer Partei gefällt ihr die grüne Version sehr gut. Sie kann sich aber auch Kombinationen als "bunte Farbtupfer" vorstellen. Der Schadowplatz dürfe am Ende nur nicht zu vollgestellt wirken. Dass die "Enzis" nicht ganz seniorengerecht sind, findet Bellstedt nicht schlimm: Es komme bald noch eine seniorengerechte Bank an die Kastanie auf dem Platz. "Außerdem gibt es auch über 70-Jährige, die gerne solche Sitzmöbel nutzen."

Cornelia Mohrs, kulturpolitische Sprecherin der SPD, kennt die "Enzis" aus dem Wiener Museums-Quartier. "Das sind schöne Elemente für den Stadtraum." Wenn diese nun in Düsseldorf auch gut ankommen, sei es richtig, mehr zu bestellen. "Da hab ich nichts dagegen", sagt auch SPD-Fraktionschef Markus Raub. Die Kosten in Höhe von etwa 1700 Euro pro Element inklusive Transport sind überschaubar.

(RP)