Düsseldorf: Rathaus macht Rückzieher bei Tageseltern

Düsseldorf : Rathaus macht Rückzieher bei Tageseltern

Die umstrittenen Neuregelungen bei der Vergütung kommen noch einmal auf den Prüfstand.

Überraschung im Jugendhilfeausschuss: Die Verwaltung nimmt gleich zu Beginn der Sitzung die kritisierte Vorlage zur Neuausrichtung der Tagespflege von der Tagesordnung - ohne weitere Debatte. Betreuer und Eltern, die mit Kindern in den Plenarsaal des Rathauses gekommen waren, diskutierten engagiert den Vorgang im Anschluss.

Was war geplant? Im Kern ging es bei den Änderungsvorschlägen der Verwaltung darum, nur noch jene Betreuungsstunden abzurechnen, die auch tatsächlich geleistet werden. Deshalb sollten nur noch 35 Stunden pro Woche und Kind im Voraus vergütet werden, der Rest müsste dokumentiert und im Nachhinein abgerechnet werden. Die Tageseltern, vor allem Großtagespflegen mit neun betreuten Kindern, sahen sich in der Existenz gefährdet.

Was will die Ampel-Kooperation aus SPD, FDP und Grünen? Der Politik geht die Vorlage aus dem Jugendamt zu weit. Sie formulierte einen Änderungsantrag, der unter anderem vorsieht, statt 35 nun doch 40 Stunden im Voraus zu vergüten. Darüber wurde dann nicht beraten, weil die Verwaltung das Thema absetzte. Die schärfste Kritik kommt vom grünen Ampel-Partner. "Schlecht kommuniziert und mit Umsetzungsdatum 1. April auch viel zu kurzfristig" sagt Paula Elsholz, jugendpolitische Sprecherin der Grünen. Der entscheidende Punkt sei, dass man 900 Tageseltern, die in Düsseldorf etwa 2850 Kinder unter drei Jahren betreuten, ihre Planungssicherheit lassen müsse.

Was sagt die CDU? Bei diesem Thema hätten sich die Christdemokraten voll hinter den Verwaltungsvorschlag gestellt und ihn - gemeinsam mit der Ampel - abgestimmt. Für die Tageseltern hat der jugendpolitische Sprecher der Fraktion, Andreas-Paul Stieber, wenig Verständnis. Eine Existenzbedrohung herbeizureden und Eltern die Kündigung von Verträgen in Aussicht zu stellen, sei schlicht "unredlich".

Was sagen die (Tages-)Eltern? Eltern fürchten, dass Betreuungsplätze verloren gehen, weil Tagespflegen aufgeben. Tagesmutter Vanessa Di Pardo sagt: "Alle sind aufgebracht, weil sich niemand Zeit für uns nimmt."

(jj)