Umstrittener Vorschlag: Rat will Arbeitslose in Kitas

Umstrittener Vorschlag: Rat will Arbeitslose in Kitas

CDU und FDP machen sich dafür stark, dass sich Jugendliche ohne Job im Bereich Kinderbetreuung qualifizieren können. Mit einem Antrag wurde das Rathaus beauftragt, mit der Arbeitsagentur ein Konzept zu erarbeiten.

Um den langfristigen Bedarf an Betreuungskräften in städtischen Kindertagesstätten langfristig zu sichern, haben CDU und FDP im Stadtrat einen ungewöhnlichen Vorstoß gemacht: Arbeitslose Jugendlichen sollen die Möglichkeit bekommen, sich zu Erziehern qualifizieren zu lassen.

Mit der schwarz-gelben Mehrheit hat der Rat einem entsprechenden Antrag zugestimmt. Damit wird die Stadtverwaltung beauftragt, gemeinsam mit der Agentur für Arbeit und der Arge Düsseldorf ein Konzept zu erarbeiten.

"Das gilt nur für Jugendliche, die dafür geeignet sind", sagte Stefan Friedel (CDU) in der Begründung des Antrags. "Wir wissen natürlich, dass es sich hier um einen sensiblen Bereich handelt." Die SPD, die den Vorstoß im Vorfeld kritisiert hatte, habe diese Jugendgruppen offenbar aufgegeben.

Doch es war nicht nur die SPD, die vor der Ratssitzung Kritik geübt hatte. Auch OB Dirk Elbers (CDU) war die Idee seiner Parteifreunde nicht willkommen. Das Ziel , Erzieherinnen besser zu qualifizieren, werde mit diesem Vorstoß konterkariert, hatte Elbers im Gespräch mit unserer Redaktion gesagt.

Das nahm die SPD als Steilvorlage: "Wir haben Herrn Elbers an unserer Seite, herzlichen Dank für die Unterstützung", sagte Walburga Benninghaus, die Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses. Die SPD-Frau fragte, ob die Qualifizierung nach Vorstellungen von Schwarz-Gelb nur Boden fegen und Obst schneiden bedeute und unentgeltlich erfolgen solle. "Junge Arbeitslose haben ein Recht auf Ausbildung!", rief Bennninghaus.

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"Keinem geholfen"

Angela Hebeler (Grüne) bezeichnete den Antrag als "Mogelpackung", weil er weder den Jugendlichen helfe noch den Kitas Entlastung bringe: "Die Erzieherinnen haben genug zu tun. Die können nicht auch noch diese Jugendlichen betreuen."

Ihr Fraktionskollege Wolfgang Scheffler warf den Antragstellern vor, mit solchen Vorschlägen ganze Jugendgruppen auszugrenzen. "Wo sind denn Ihre Programme, mit denen Ausbildungsplätze für diese Jugendlichen geschaffen werden sollen?"

Die Mehrheit aus CDU und FDP stand dennoch. OB Elbers stimmte übrigens nicht mit.

(RP)