Düsseldorf: Raser beschuldigt zu Unrecht seinen Mitarbeiter

Düsseldorf: Raser beschuldigt zu Unrecht seinen Mitarbeiter

Für den Versuch, die Justiz bei einem Tempo-Knöllchen auszutricksen, muss ein Immobilienkaufmann (52) jetzt 2500 Euro Strafe nachzahlen. Mit seinem Ferrari war er an einem Aprilabend 2016 nahe Fröndenberg auf einer Bundesstraße 44 km/h zu schnell gefahren und geblitzt worden.

Um sich aber 160 Euro Buße, zwei Strafpunkte in Flensburg plus vier Wochen Fahrverbot zu ersparen, hat der Raser einen seiner Mitarbeiter (61) als Fahrer bezichtigt - und damit den Ermittlungsbehörden ausgeliefert. Die Justiz kam dahinter, gestern brummte ihm ein Amtsrichter die zusätzliche Geldstrafe auf.

Nach eigener Angabe muss der selbstständige Immobilienkaufmann pro Jahr mit 30.000 Euro Brutto-Verdienst auskommen. Gestern haben der Angeklagte und dessen Anwalt sogar beantragt, das Strafverfahren wegen falscher Verdächtigung des Mitarbeiters als Lappalie gegen Geldbuße einzustellen. Da aber winkte der Richter ab: "Bei Verfahren, die die Rechtspflege betreffen", indem also durch eine falsche Fahrerangabe auch verfälschte Ermittlungen ausgelöst werden, könne man nicht von "geringer Schuld" reden. Im Prozess hat der Angeklagte nicht mehr versucht, seine Raserei zu leugnen. Weil der Immobilien-Manager reumütig und geständig war und bisher nicht vorbestraft, fanden Staatsanwältin und Richter eine Geldstrafe ausreichend. Bei 50 Tagessätzen zu jeweils 50 Euro ging das Amtsgericht davon aus, dass dieser Angeklagte mit gerade mal 1500 Euro Nettoverdienst im Monat auskommen müsse.

(wuk)