Vermeintliches Kulturgut ist eine Reklametafel: Rätsel um Schneider Wibbel Schriftzug gelöst

Vermeintliches Kulturgut ist eine Reklametafel : Rätsel um Schneider Wibbel Schriftzug gelöst

Der verschwundene Schneider-Wibbel-Schriftzug ist wieder aufgetaucht. Bald hängt er vielleicht wieder dort, wo er hingehört: in der Schneider-Wibbel-Gasse. Gefunden haben ihn Heide Buchwald und Susanne Kamp, Mitarbeiterinnen der Rheinischen Bühne, in Solingen.

Rici Iseni, Inhaber des Restaurants Il Mediterraneo, hatte ihn abmontiert. Aber nie mit der Absicht ein vermeintliches Kulturgut der Stadt Düsseldorf zu entfernen. Er wollte lediglich ein Restaurantschild ersetzen - den Schriftzug der Pleite gegangenen Gaststätte "Schneider Wibbel". Dass sich die Düsseldorfer darüber aufregen könnten, dass er Restaurant-Werbung entfernt, damit hat er nicht gerechnet.

Bereits am Freitag hat unsere Redaktion über das Verschwinden des Schneider Wibbel Schriftzuges in der Schneider-Wibbel-Gasse zwischen Bolker- und Flinger Straße berichtet. Empörung der Düsseldorfer und Aufrufe, das ansässige Speiselokal nicht mehr zu besuchen waren die Folge.

Die Genehmigung, dass er das Schild abmontieren darf, hatte ihm die Bauaufsichtsbehörde der Stadt Düsseldorf erteilt. Zu Recht - schließlich handelt es sich bei dem vermeintlichen Kulturgut nur um ein Werbeschild. Nur die Spieluhr und der Schneider Wibbel Schriftzug am Eingang der Schneider-Wibbel-Gasse an der Kreuzung zur Bolker Straße sind Kulturdenkmäler der Stadt.

Susanne Kamp und Heide Buchwald wollten wissen, was mit dem Schriftzug passiert ist und machten sich auf die Spurensuche. Die führte sie zu einer Solinger Firma, die das Werbekonzept für das alte und neue Restaurant ausgearbeitet hat. Sie hatten den Schriftzug nach dem Abmontieren aufbewahrt.

Im Moment befindet sich das ehemalige Werbeschild zu Hause bei Heide Buchwald. Gemeinsam mit ihrem Mann und einem Freund hat sie die Reklametafel bei Frank Fischer in Solingen abgeholt. "Wir haben ihr den Schriftzug gerne übergeben", sagt der Geschäftsführer, dessen Firma die Copyright-Rechte an dem begehrten Schriftzug hält. Die Rheinischen Bühnen wollen ihn nun in ein Theaterstück einbauen.

Rici Iseni hat indes andere Pläne: "Die Düsseldorfer zu verärgern war nicht meine Absicht. Wenn es eine Möglichkeit gibt, den Schriftzug wieder aufzuhängen, dann gerne", sagt der Inhaber des Il Mediterraneo. Er will sich so schnell wie möglich mit der Rheinischen Bühne in Verbindung setzen, um zu klären, ob er den Schriftzug wieder aufhängen kann. Er hofft, dass dann in der Gasse wieder Ruhe einkehren wird.